Okay, ich geb’s zu – als ich angefangen habe, Zero Waste im Studium umzusetzen, dachte ich echt, das kostet mich ein Vermögen. Überall liest man von teuren Bambuszahnbürsten, fancy Edelstahlboxen und Bio-Läden, die gefühlt das Dreifache kosten. Aber ehrlich ? Das stimmt nur halb. Klar, am Anfang investiert man ein bisschen, aber danach spart man sogar Geld. Versprochen.
Das Wichtigste vorweg : Zero Waste heißt nicht, alles neu zu kaufen. Das wäre ja totaler Quatsch. Du nutzt erstmal, was du hast – auch wenn’s Plastikboxen sind. Die Grundidee ist simpel : weniger wegwerfen, mehr wiederverwenden. Und wenn du dann mal was brauchst, schaust du auf Seiten wie https://ecolo-pub.fr, wo nachhaltige Produkte vorgestellt werden, ohne dass du direkt pleite gehst. Ich find’s wichtig, sich zu informieren, bevor man blind einkauft.
Was kostet das wirklich ? Mein ehrliches Budget nach einem Jahr
Ich hab mal nachgerechnet, was ich im ersten Jahr ausgegeben habe – und was ich dadurch gespart hab. Spoiler : ich bin im Plus gelandet.
Erstanschaffungen (einmalig):
Zwei Stoffbeutel für Obst und Gemüse – 8 Euro. Die nutze ich seit anderthalb Jahren, kein Witz. Eine ordentliche Trinkflasche aus Edelstahl – 15 Euro (die vom Discounter hält auch, muss nicht die Marke für 40 sein). Eine Brotdose, die dicht ist – 7 Euro. Bambus-Besteck für unterwegs – 5 Euro. Seifenstück statt Duschgel – 3 Euro, hält drei Monate. Insgesamt also rund 40 Euro Anfangsinvestition.
Was spart das im Monat ?
Keine Plastikflaschen mehr kaufen – spart mir etwa 15 Euro monatlich. Kein Coffee-to-go in Wegwerfbechern – nochmal 20 Euro gespart (ja, ich war süchtig nach dem Zeug). Weniger Fertigessen in Plastikverpackungen – locker 25 Euro. Macht zusammen 60 Euro pro Monat, also 720 Euro im Jahr.Rechne das gegen die 40 Euro Anfangsinvestition… siehst du, worauf ich hinauswill ?
Die praktischen Tricks, die wirklich funktionieren
In der Mensa clever anstellen
Viele Mensen akzeptieren mittlerweile eigene Boxen. Einfach fragen. Bei uns kostet das Essen sogar 20 Cent weniger, wenn du deine Box mitbringst. Klingt nach nichts, aber über ein Semester ? Sind locker 30 Euro gespart.
Einkaufen ohne Verpackungswahn
Unverpackt-Läden sind nice, aber oft teuer. Mein Hack : Wochenmarkt kurz vor Schluss. Die Händler geben oft günstigere Preise, und du bringst einfach deine Stoffbeutel mit. Keine Plastiktüten, keine Schalen. Außerdem : Reis, Nudeln, Linsen gibt’s auch im normalen Supermarkt in Papierverpackungen. Musst nur hingucken.
Kaffee – das ewige Thema
Ich hab mir eine French Press für 12 Euro gekauft. Bester Kauf ever. Kaffee schmeckt besser als der Kapselkram, kostet pro Tasse vielleicht 15 Cent statt 35, und ich produziere null Müll. Wenn du unterwegs bist : viele Cafés geben Rabatt auf Kaffee im eigenen Becher. Bei manchen sind’s 30 Cent, woanders 50.
Die Fallen, in die ich reingetappt bin (damit du’s besser machst)
Falle Nummer 1: Alles sofort perfekt machen wollen
Am Anfang wollte ich alles auf einmal umstellen. Bambus-alles, nur noch bio, null Plastik im ganzen Zimmer. Das hat keine zwei Wochen gehalten, weil ich komplett überfordert war. Mein Tipp ? Such dir zwei, drei Bereiche aus und fang da an. Vielleicht erstmal nur Getränke und Brot. Der Rest kommt dann automatisch.
Falle Nummer 2: Teure „Öko“-Produkte kaufen, die du nicht brauchst
Bienenwachstücher. Klar, sehen schön aus. Aber brauchst du die wirklich, wenn du eh schon Dosen hast ? Ich hab 25 Euro dafür ausgegeben und nutze sie… nie. Weil meine normalen Boxen einfach praktischer sind. Kauf nur, was du wirklich nutzt, nicht was Instagram-schön aussieht.
Falle Nummer 3: Sich selbst fertig machen, wenn’s mal nicht klappt
Manchmal greif ich immer noch zur Fertig-Pizza in Plastikfolie. Ist so. Hab ich keine Zeit zum Kochen, keine Lust, bin müde nach der Uni. Zero Waste bedeutet nicht Perfektion. Es bedeutet : öfter mal die bessere Wahl treffen. Nicht immer. Öfter.
Was bringt das überhaupt, außer gutem Gewissen ?
Ehrlich gesagt hab ich nicht aus reinem Öko-Idealismus angefangen. Ich hatte einfach keinen Bock mehr, jeden zweiten Tag den Müll rauszubringen. Meine WG-Mitbewohner auch nicht. Seit wir alle mehr auf Zero Waste achten, haben wir nur noch einen Müllsack pro Woche statt vier. Das macht schon einen krassen Unterschied im Alltag.
Und dann merkst du irgendwann : du sparst Geld, dein Zimmer ist aufgeräumter (weil weniger Verpackungsmüll rumfliegt), und beim Einkaufen bist du konzentrierter. Du kaufst nur noch, was du brauchst – keine Impulskäufe mehr, weil du ja sowieso nichts Verpacktes mehr holst.
Meine Top 5 Sofort-Tipps für den Start
1. Trinkflasche kaufen und immer dabei haben. Spart am meisten Geld und Müll gleichzeitig.
2. Stoffbeutel in jede Tasche packen. Auch in die Jackentasche. Dann hast du sie immer griffbereit.
3. Eine vernünftige Brotdose organisieren. Egal ob für Mensa-Reste oder selbstgemachtes Lunch.
4. Seife statt Duschgel testen. Klingt altmodisch, aber moderne Seifen sind echt gut. Und eine Seife = drei Duschgel-Flaschen gespart.
5. Nicht alles auf einmal wollen. Kleine Schritte, die du durchhältst, sind besser als große Pläne, die nach zwei Wochen scheitern.
Lohnt sich das als Student überhaupt ?
Kurz : ja. Aber nicht aus den Gründen, die man vielleicht denkt. Klar, es ist gut fürs Klima und so. Aber ganz praktisch gesehen : ich hab mehr Geld übrig, weniger Stress mit Müll und fühle mich nicht mehr so fremdbestimmt von Konzernen, die mir ständig was verkaufen wollen. Das klingt jetzt vielleicht pathetisch, aber es stimmt einfach.
Probier’s aus. Fang klein an. Guck, was für dich passt. Vielleicht merkst du nach ein paar Wochen, dass Zero Waste gar nicht so kompliziert ist, wie’s klingt. Und falls doch ? Dann hast du immerhin ’ne gute Trinkflasche und ein paar Stoffbeutel mehr. Kann auch nicht schaden, oder ?
