Von knapp über 30% auf über 20% – Die SPD

Dieses Mal sollte es für die SPD funktionieren. Sie waren schon wieder in der großen Koalition und so wirklich wollte es den Genossen anscheinend nicht gewinnen, die Wähler zu mobilisieren. Aber woran lag das? Sie haben doch zum Beispiel mit dem Justizminister einen bekannten Politiker in ihren Reihen und Frank Steinmeier war bis vor seinem Einzug in das Schloss Bellevue als Bundespräsident Mitglied der SPD.

Viele Menschen sahen eine gute Prognose für die Bundestagswahl

Vielleicht haben einige SPD Anhänger Hoffnung gehabt, als bekannt wurde, dass Martin Schulz für die SPD als Kanzlerkandidat ins Rennen gehen wird. Denn er ist ein erfahrener Politiker, der viele Jahre im Europaparlament gearbeitet hat, auch in hohen Ämtern. Außerdem war er im Vergleich zu anderen SPD Politikern relativ unbekannt und im Vergleich zur Bundeskanzlerin sowieso. Aus diesem Grund hatte man eigentlich das Gefühl, dass für die SPD „etwas gehen“ könnte. Doch dem war anscheinend nicht so. Die Wahlen sind natürlich noch nicht gelaufen, aber es sieht danach aus, als würde die CDU die meisten Stimmen bei der Wahl bekommen und deshalb wird es wohl auch bald keinen Kanzler geben, der Martin Schulz heißt.

Dabei sah es so gut aus für die SPD. Mit Umfragewerten knapp über 30% sahen viele Menschen voraus, dass die SPD sogar der CDU gefährlich werden könnte. Diese Werte kippten allerdings irgendwann. Schulz hatte sich in einigen Formaten präsentiert, auch ein 1:1 Gespräch im TV gegeben und sich auch immer wieder den Fragen des Publikums gestellt. Irgendwann im Laufe der Zeit wurde dann etwas negatives über den Kandidaten der SPD berichtet. Irgendwann stürzte die SPD dann ab und mittlerweile bekommt sie zwar immer noch die zweitmeisten Stimmen, aber ein Ergebnis von über 30% ist derzeit nur knapp vorstellbar.

Woran liegen die Werte?

Für die Gründe der prozentualen Veränderungen der SPD mag es einige Gründe geben. Dazu zählt ganz bestimmt auch die Art und Weise der Messung oder der Zeitpunkt der Messung. Dadurch, dass viele Menschen den Kandidaten der SPD kurz nach seiner Bekanntgabe noch nicht kannten, hatte die SPD vielleicht einen positiven Effekt in den Umfragen bekommen. Aufgrund der Neugierde auf den neuen Kandidaten, der bereits einige politische Erfahrung sammeln konnte, aber eher im Europaparlament, wobei er auch Bürgermeister war.

Vielleicht war die Kanzlerin aber auch einfach zu gut und deshalb steht die SPD etwas schlechter dar, als noch vor ein paar Monaten. Natürlich kann nicht nur die CDU von einer in den Umfragen schlechtere SPD profitiert haben. Es gibt immerhin noch mehr Parteien, die eine gute Chance auf den Einzug in den Bundestag haben. Damit eine Partei in den Bundestag einziehen kann, müssen 5% der Stimmen bei der Wahl auf sie entfallen sein. Das ist die sogenannte 5% Hürde.

NRW als Schätzer?

NRW ist das Bundesland mit den allermeisten Einwohnern. In keinem anderen Bundesland wohnen mehr Menschen als in NRW. Ungefähr 16 Millionen Menschen sind es, übrigens die Niederlande haben ebenfalls ca. 16 Millionen Einwohner. Neben dieser Zahl ist NRW aber noch aus einem anderen Grund sehr wichtig, vor allem für die Bundespolitik in Berlin. So konnten die diesjährigen NRW Wahlen quasi als Grademesser für die Wahlen im September gesehen werden.

Das liegt an verschiedenen Gründen. Zuerst der offensichtliche Grund. Wenn ein Fünftel aller Menschen in Deutschland in NRW wohnt, dann kann man die Wahlen dort gut als Schätzer für den Ausgang der Wahlen in Berlin nutzen. Natürlich sind nicht alle stimmberechtigt und auch viele Ausländer wohnen in NRW, die nicht an der Bundestagswahl teilnehmen dürfen. Nichtsdestotrotz bleiben noch viele Wähler übrig und man könnte meinen, dass es das NRW Ergebnis einen Ausblick auf das Resultat der Bundestagswahlen zulässt.

Die SPD wurde abgewählt

Der zweite Grund ist, dass NRW schon seit vielen Jahren eine SPD Hochburg ist. Erst bei der vorletzten Landtagswahl kam es zur Abwahl der CDU und man begann wieder eine Koalition aus der SPD und den Grünen, mit Hannelore Kraft als NRW Ministerpräsidentin. Diese Zeiten sind aber vorbei, wie man mittlerweile weiß.

Überraschung, die FDP ist wieder da

Denn bei der letzten NRW Landtagswahl wurde deutlich, dass die CDU zusammen mit der FDP die Regierungskoalition eingeht und die SPD „ihr Land“ quasi wieder verloren hat. Dass die FDP letztlich in NRW einziehen konnte, war nicht ganz zu erwarten. Denn die Partei war bei der letzten Bundestagswahl gescheitert und viele Menschen dachten, dass die Partei am Ende ist. Aber der Herr Lindner und viele andere Kandidaten haben es geschafft, dass die FDP wieder eine Rolle spielt und derzeit sieht es in den Umfragen für die Bundestagswahl auch ganz gut für die Partei aus.

Der derzeitige Ministerpräsident in NRW kommt von der CDU und es sieht danach aus, als wäre bald das Kanzleramt auch weiterhin CDU geführt. Mit anderen Worten heißt das aber auch: Die SPD hat es in den vergangenen Jahren nicht geschafft die Menschen von ihren Inhalten und Ideen so zu überzeugen, dass sie sich an einem Wahltag für sie entschieden hätten. Bemerkenswert ist auch, dass es noch nicht einmal in NRW, also dem SPD Land, nicht gelungen ist, dass sich die Wähler mehrheitlich für diese Partei aussprechen. Wenigstens dort hätte man der SPD ein besseres Ergebnis zugetraut.