Das TV Duell in der Nachbesprechung

Seit einigen Legislaturperioden gibt es ein TV Duell in dem zwei Kandidaten, die Kanzlerkandidaten der großen Parteien, sich duellieren. Das Duell wird, wie der Name es schon sagt, im TV ausgestrahlt. Auf diese Weise gibt es die Möglichkeit, dass sich sehr viele Menschen damit auseinandersetzen können und sich ein eigenes Bild von den Kandidaten machen. Ob und inwieweit das TV Duell dafür sorgt, dass es einen neuen Kanzler gibt, ist schwer zu sagen. Dieses Mal war es sicherlich ein langweiliges Duell, welches ausgestrahlt wurde. Aber zuerst wird die Ausgangslage besprochen, bevor wir zur Debatte kommen.

Die Ausgangslage

Vor dem TV Duell, so sagt man, wurde ordentlich gefeilscht. Dabei ging es um die Ausgestaltung des Duells und vielleicht auch um die Frage, wie viele Duelle es denn letztlich geben wird. Wird es ein Duell sein oder werden es mehrere Duelle sein?  Bei mehreren Duellen hätte man mehrere Themen behandeln können, so blieb es dann bei einem Duell.

Kanzlerin Merkel ging mit einem ordentlichen Vorsprung in das Duell. Martin Schulz war klar in der Rolle des Jägers und hatte die Chance Punkte auf Merkel aufzuholen.

Das Duell

In dem Duell wurde oft deutlich, dass die beiden Konkurrenten in wichtigen Punkten übereinstimmen. So hatte man als Zuschauer stellenweise das Gefühl, dass sich die beiden Kontrahenten sehr gut verstanden und es deshalb zu keiner klaren Abgrenzung in wichtigen Punkten kommen konnte. Deshalb kam oft das Gefühl auf, dass es bald wieder eine große Koalition geben wird. Wobei dies sehr stark vom 24. September, also dem Wahltag abhängig ist.

Die Überraschung

Man wurde stellenweise vielleicht sogar gelangweilt. Denn es passierte nicht viel in dem TV Duell. Bis zu dem Moment in dem Martin Schulz verkündete, dass es unter ihm als Kanzler keine Gespräche mit der Türkei über einen EU Beitritt geben wird. Das steht entgegen der SPD Geschichte, in der man sich die Gespräche stets offen gehalten hat.

Das Ergebnis

Bis auf wenige klare Momente, blieb das TV Duell doch eher blaß. Man hatte oft das Gefühl, dass es gar kein richtiges Duell ist, sondern sich die beiden Politiker gegenseitig in wichtigen Punkten bestätigen, was auch natürlich nicht schlecht ist, aber dadurch kommt kaum die Chance auf, dass sich Wähler für die Partei und gegen eine andere Partei entscheiden. Schade, denn ein bisschen mehr Spannung wäre für den Wahlkampf im Allgemeinen und die Zuschauer sicherlich nicht verkehrt gewesen.

Der Wahlkampf 2017

Diese Bundestagswahl war wohl schon vor einigen Monaten entschieden. So richtig wollte es nie ein WahlKAMPF werden, es war eher der Versuch oder die Hoffnung einiger Personen, dass nach vielen vielen Jahren mit Kanzlerin Merkel an der Spitze der Regierung, ein neuer Kanzler die Dinge in diesem Land leiten wird. Aber das war dann wohle eher Wunschdenken als Realität. Auch wenn der Wahlkampf noch nicht vorbei ist, steht das Ergebnis wohl schon fest: Die CDU wird wieder stärkste Partei vor der SPD werden.

Dabei sah es eigentlich noch ganz anders aus, zu Beginn des Jahres. Viele Menschen waren von der Kanzlerin enttäuscht, besonders im Bereich der Flüchtlingspolitik, haben sich viele Menschen gegen den Kurs der Kanzlerin gestellt. Auch ihre Popularität litt darunter, aber aus der SPD gab  es scheinbar auch nicht die Person, die sich gegen sie erfolgreich stellen konnte.

Oder anders formuliert: Keine Person, der man es zugetraut hätte, dass sie das Rennen gegen Merkel um die Kanzlerschaft gewinnen würden. Bis zu dem Tag an dem Sigmar Gabriel deutlich machte, dass er nicht Kanzlerkandidat der SPD werden würde. Die Bahn war frei für jemanden neues und frisches: Martin Schulz. Und er begann fulminant.

Kurz nach seiner Kandidatur gab es für die SPD auf einmal Umfragewerte jenseits der 30%. Das gab es schon sehr lange nicht mehr. Nach einigen Wochen sanken diese Umfragewerte aber wieder und die Union konnte sich erholen. Dabei hatten ein paar SPD Wähler die Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben. So hofften sie, dass die CSU die CDU in zwei Punkten noch in Schwierigkeiten hätte bringen können.

Da war zunächst der Ruf nach der Obergrenze für Flüchtlinge. Viele Menschen wollen die Einwanderung von Flüchtlingen beschränken und wollen deshalb eine sogenannte Obergrenze. Diese würde dann bedeuten, dass Deutschland so und so viele Flüchtlinge aufnehmen kann, danach wäre Schluss und die Flüchtlinge würden nicht mehr ins Land gelassen.

So eine Obergrenze wollte Merkel aber nicht und man ahnte schon, dass es deswegen Streit geben wird. Es kam aber anders als man dachte.

Das Comeback von Karl Theodor zu Guttenberg

Kennen Sie sich ein bisschen in der jüngeren politischen Vergangenheit aus? Dann kennen sie vielleicht noch zu Guttenberg, der Politiker, der CSU, der vor ein paar Jahren nach kurzer großer medialer Aufmerksamkeit seinen Rücktritt verkündete.

Nun gibt es immer wieder Gerüchte, dass der Politiker ein Comeback Versuch wagt. Eventuell hat er einige Wähler aber in der Vergangenheit enttäuscht und man sieht es als Risiko an, wenn er kurz vor der Wahl sein Comeback bekannt geben würde.