Freie Uni Bochum und Rektor stehen erneut in Verhandlungen
Mittwoch, 11. Juli 2007
Die Gespräche zwischen VertreterInnen der Freien Uni Bochum (FUB) und der Leitung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) starten in die zweite Runde. Ein halbes Jahr nach der Räumung des Querforums West (QFW) gingen diese Woche nun die ersten Strafbefehle bei den von der Räumung
betroffenen Aktiven ein. Die VertreterInnen der FUB versuchen nun, in einem Dialog mit dem Rektor Elmar Weiler eine außergerichtliche Einigung zu erreichen. Der Rektor hat die Möglichkeit, eine Verurteilung der Studierenden seiner Uni zu verhindern, indem er die Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs zurückzieht.
Samstag, 20 Uhr, SZ & Montag auf dem Campus: "Zur Hölle mit der Exzellenz!"
Mittwoch, 27. Juni 2007
Am 2. Juli besichtigt eine GutachterInnen-Gruppe die Ruhr-Universität Bochum, um über ihre Förderungswürdigkeit im Rahmen der so genannten "Exzellenzinitiative" zu befinden. Es geht um einen Anteil an den 1,9 Milliarden Euro, die sich Bund und Länder die Finanzierung ihres Elite-Projekts kosten lassen. Die Vorbereitungen, sprich das bunte Übermalen von marodem Beton, liefen in den letzten Wochen auf Hochtouren. Die Freie Uni Bochum ruft jetzt zu Protest gegen den Elite-Wahn auf. Für Samstag, den 30. Juni laden wir herzlich zur Diskussionsveranstaltung "Zür Hölle mit der Exzellenz" ein. Ort und Zeit: Soziales Zentrum in der Rottstraße 31. Im Anschluss findet wie gewohnt das FUB-Café statt. Am Montag, den 2. Juni soll die GutachterInnen-Gruppe auf dem Campus kritisch begleitet werden. Mehr Infos dazu auf der Veranstaltung am Samstag.
FUB fordert: Bildung für alle statt "Exzellenz" für wenige!
Mittwoch, 27. Juni 2007
Was ist eigentlich die "Exzellenz-initiative"?
Bis vor kurzem dachte man an einen König oder an einen katholischen Bischof, wenn von „Exzellenz“ die Rede war. Heute steht der Begriff aus der autoritären Mottenkiste für den antidemokratischen Umbau des Bildungssystems. Weil Bund und Länder dafür in die Kritik geraten sind, dass die Hochschulen unter-finanziert sind, haben sie vor zwei Jahren die prestigeträchtige Kampagne gestartet. In einem mehrstufigen Verfahren hat theoretisch jede Universität die Möglichkeit, sich über die Etablierung einer Graduiertenschule und mindestens eines „Exzellenzclusters“ zur Kandidatin für den Status einer „Elite-Universität“ zu machen. Inzwischen steht die RUB mit sieben anderen Universitäten im Verdrängungswettbewerb um den begehrten Titel. Wie viele der Hochschulen letztendlich gefördert werden, steht noch in den Sternen.
Studiengebühren-BefürworterInnen übernehmen AStA - Basisgruppen
weiter aktiv. FREIE UNIVERSITÄT BOCHUM BEDAUERT RECHTSRUCK.
Auf der heutigen Sitzung des Studierendenparlaments (ab 14
Uhr) werden aller Voraussicht nach die VertreterInnen der SPD-nahen
Rubrosen gemeinsam mit der rechtskonservativen CDU-Hochschulgruppe
RCDS sowie der FDP-nahen Liberalen Hochschulgruppe einen neuen AStA
wählen. Die Rubrosen, die mit dem Einsatz gegen Studiengebühren um
Stimmen geworben haben, brechen damit ihr Wahlversprechen, nicht mit
den GebührenbefürworterInnen zu koalieren.
Der bundesweite Film der Studierendenbewegung ist da! Über den wohl heißesten Protestsommer, den Deutschland in der letzten Zeit gesehn hat. Der Film versucht, einen Überblick über die Proteste zu geben, die im sogenannten "Summer of Resistance reloaded" - dem Sommersemester 2006 - stattgefunden haben und reist dafür durchs ganze Land.
So zeigt er ein möglichst breites Spektrum der Protestbewegung - sowohl was ihre Lokalitäten, als auch ihre Aktionsformen und Hintergründe angeht. Die ZuschauerInnen werden mitgerissen zwischen Hamburger Schlagstöcken und Frankfurter Partyknast. Mittendrinn statt nur dabei!
Actiondoku, Deutschland 2007, ca. 92 min., farbe, xvid. Eine yellow resistance Produktion des studentischen VideoaktivistInnennetzwerks.
Den beeindruckenden Film, in dem auch die Freie Uni Bochum eine Rolle spielt und der den Bogen zu den G8-Protesten schlägt, könnt ihr jetzt herunterladen (745 MB):
In den frühen Morgenstunden hat das bundesweite Vernetzungstreffen gegen Studiengebühren die demonstrative Besetzungs-Party beendet und das besetzte alte Hauptbahnhofgebäude an der Ecke Vikoriastraße/Konrad-Adenauerplatz (ehem. Bundesbahnschule) wieder verlassen. Die Polizei hat den friedlichen Studierendenprotest einige Zeit beobachtet und ist dann wieder abgerückt. Es kam zu keinen Zwischenfällen. Die Aktion, die von VertreterInnen aus dem gesamten Bundesgebiet organisiert worden ist, wird von den Studierenden als großer Erfolg gewertet.
Alter Hauptbahnhof besetzt
Sonntag, 15. April 2007
„Für Freiräume und gegen Studiengebühren“ - Studierende besetzen alten Hauptbahnhof! Im Rahmen des bundesweiten Vernetzungstreffens gegen Studiengebühren haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen Mitternacht AktivistInnen ein leerstehendes Gebäude des ehemaligen Hauptbahnhofs in der Bochumer Innenstadt besetzt. Das Haus an der Ecke Viktoriastraße/Konrad-Adenauer-Platz ist zur Stunde in einen selbstbestimmten Freiraum verwandelt worden, und die Studierenden feiern eine Party. An der demonstrativen Aktion nehmen unter anderem Studierende aus Berlin, Bochum, Chemnitz, Darmstadt, Duisburg, Essen, Frankfurt, Gießen, Hamburg, Köln, Münster und Paderborn teil.
FUB verlässt Querforum vor Einschreiten der Polizei
Samstag, 17. März 2007
Nachdem rund 100 Aktive der Freien Universität Bochum (FUB) in der Nacht auf Samstag im Querforum West der Ruhr-Uni Bochum die Verabschiedung des sogenannten Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetzes (HFGG) vor einem Jahr "gefeiert" hatten, verließen die Studierenden das Gebäude gegen 2:30 h, bevor es zu einem Konflikt mit der Polizei kommen konnte. Die Studierenden hatten sich insgesamt über drei Stunden in dem Gebäude aufgehalten, bevor sie sich friedlich zurückzogen. Die AktivistInnen räumten in kürzester Zeit ihre Sachen zusammen und feierten dann im Studierendenhaus weiter.
Am Freitag den 16. März 2007 gegen 23:30 besetzten ca. 100 Studierende erneut das Querforum West (QfW), um dort den Geburtstag der Einführung allgemeiner Studiengebühren zu feiern. In ihrem 8-monatigen Bestehen etablierte sich die FUB als selbstverwaltetes studentisches und kulturelles Zentrum auf dem Campus. Am 31. Januar 2007 wurde das Gebäude jedoch gewaltsam von der Polizei geräumt.
RUB-Rektorat bricht Zusagen - Freie Uni kündigt Aktionswoche an
Mittwoch, 28. Februar 2007
Bochum. Vor genau einem Monat hat RUB-Rektor Elmar Weiler die Freie
Universität Bochum (FUB) gewaltsam durch zwei Polizei-Hundertschaften
räumen lassen. Doch der Streit um das Gebäude Querforum West geht
weiter. Nach vier Wochen kritisieren die aktiven Studierenden: Wieder
einmal habe die Unileitung ihre Zusagen nicht eingehalten. Während in
Bezug auf das Querforum Stillstand herrscht, hat sich die Freie
Universität neu organsiert und bereitet eine Aktionswoche für freie
Bildung vor.
Auch in den Semesterferien ist die Freie Uni Bochum weiter aktiv - und zwar auf allen Ebenen:
Am Freitag, den 23. Februar trifft sich um 16 Uhr das erste Mal der neue FUB-Spanischkurs im Sozialen Zentrum an der Rottstraße. Montags um 18 Uhr findet jeweils das Plenum des Protestkomitees 'gegen Studiengebühren' an der Ruhr-Uni statt. (Treffpunkt: FR Sozialwissenschaft GC 04/150, bei Ortsveränderung siehe Aushang an der Tür.) Samstags abends lädt das FUB-Café im Sozialen Zentrum zum Quatschen, Planen, Diskutieren in gemütlicher Atmosphäre ein. Gemeinsam mit unseren BündnispartnerInnen kämpfen wir weiter für mehr selbstorganisierte Freiräume an der Uni und in der Gesellschaft. Und am Anfang des Sommersemesters wird's richtig heiß: Für den April plant die Freie Uni eine umfangreiche Veranstaltungswoche mit Vorträgen, Diskussionen, Kultur und ganz viel Leben auf dem Campus. Wie immer gilt: Alle Veranstaltungen der Freien Uni Bochum sind kostenfrei und offen für alle Interessierten! Hinkommen und Mitmachen lohnt sich!
Für Solidarität und freie Bildung! FUB lebt!
Freie Unis überall! Freiburger "AUF!" geräumt
Donnerstag, 15. Februar 2007
In der Nacht auf den 15. Februar 2007 wurde in Freiburg ein seit mehreren Jahren leerstehendes Haus an der Neuen Messe besetzt und die Autonome Uni Freiburg ausgerufen (Foto: Das besetzte Geäude in der Nacht). Die etwa hundert AktivistInnen protestieren damit gegen Wohnungsnot und für freie Bildung. Die Freie Uni Bochum im Exil hat den Freiburger Aktiven unmittelbar nach der Besetzung in einem Brief viel Erfolg gewünscht. Den Brief dokumentieren wir im Folgenden.
DIE LINKE. verurteilt Räumung der Freien Uni Bochum
Mittwoch, 31. Januar 2007
Im Rahmen von Protesten gegen Studiengebühren im Mai 2006 hatten Studierende ein Gebäude auf dem Bochumer Uni-Campus besetzt und daraus die „Freie Uni Bochum“ aufgebaut. Seitdem ist sie zu einem einmaligen Freiraum auf dem Campus geworden, der ein Forum für Diskussionen, kritische Wissenschaft und kulturelle Veranstaltungen bot. Heute Morgen ist das Gebäude von der Polizei gewaltsam geräumt worden. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Nele Hirsch:
„DIE LINKE. verurteilt die heute erfolgte Räumung der Freien Universität
Bochum. Wir fordern, dass die bei der Räumung festgenommenen Studierenden unverzüglich freigelassen werden. Es ist falsch, dem studentischen Widerstand gegen die Einführung von Studiengebühren mit massiven Polizeieinsätzen zu begegnen.
Die gewaltsame Räumung der Freien Uni Bochum folgt einem bundesweiten Muster: An zahlreichen Hochschulen werden Studierende, die sich gegen den neoliberalen Umbau der Hochschulen wehren, in ihrem Protest behindert und durch teils brutale Polizeiübergriffe eingeschüchtert. Umso wichtiger ist es, die Proteste fortzusetzen. DIE LINKE. solidarisiert sich mit den Studierenden und unterstützt ihre Proteste.“
Presseerklärung zur Räumung der FUB von 6:45 Uhr
Mittwoch, 31. Januar 2007
Am Mittwoch morgen gegen 5:30 hat eine Polizei-Hundertschaft die Freie
Universität Bochum umstellt und ist anschließend in das Gebäude
eingedrungen. Einige Personen, die zu dieser Morgenstunde schon im
Gebäude waren, sind von der Polizei vom Campus abtransportiert worden.
"Für diese skandalöse Nacht- und Nebelaktion gegen Studierende, die
friedlich ihr Recht auf Protest an der Uni wahrgenommen haben, ist
Rektor Elmar Weiler direkt und persönlich verantwortlich", sagt
Katharina Teiting von der Freien Uni. "Der Einsatz von Polizeigewalt
ist die Folge der absoluten Verhandlungsunfähigkeit der Bochumer
Uni-Leitung." Rektor Weiler weigert sich sogar zur Stunde, mit
VertreterInnen der Freien Uni und des AStA zu sprechen.
Martin Ströhmeier vom AStA der Ruhr-Uni: "Was hier passiert ist ein politischer Skandal. Die Polizei greift zu Gewalt und hindert die gewählte Vertretung der Studierendenschaft, ihr Amt wahrzunehmen. Das alles ist offensichtlich von Rektor Weiler sanktioniert. Selbst vor den AStA-Büros haben sich Polizisten postiert. So richtet die Leitung der Ruhr-Uni die Demokratie zu Grunde."
Am heutigen Abend sollte im Querforum West eigentlich ein großes Treffen von Fachschaften und studentischen Initiativen stattfinden, die derzeit ein studentisches Nutzungskonzept für das Gebäude ausarbeiten. "In den vergangenen Tagen haben sich viele Gruppen an der Entwicklung eines studentischen Nutzungskonzeptes beteiligt. Dadurch, dass ausgerechnet am morgen vorher das Gebäude geräumt wird, soll das breite Treffen offensichtlich verhindert werden", so Teiting weiter. "Das kann man nur als bewussten Schlag gegen die studentische Selbstorganisation an der Ruhr-Uni verstehen."
Erst nach dem Polizeieinsatz ist Rektor Elmar Weiler am Querforum West rschienen und muss sich dort zur Zeit einer immer größer werdenden Menge von aufgebrachten Studierenden stellen. Die Polizei durchsucht derweil das Gebäude und verteilt wahllos Platzverweise an Studierende. Studierende, die das unverhältnismäßige Vorgehen der Polizei fotografieren wollen, ist offen gedroht worden. "Einigen Studierenden wollte die Polizei sogar verbieten, auf dem Uni-Campus mit ihrem Handy zu telefonieren", berichtet Katharina Teiting vom Ort des Geschehens.
Mehrere Studierende sind seit etwa 5:30 von der Polizei festgenommen worden. "Wir fordern, dass alle, die während des Polizeiübergriffs auf die Freie Uni von der Polizei gefangen genommen worden sind, sofort wieder freigelassen werden. "Wir werden diese Kriminalisierung von studentischem Protest nicht hinnehmen. Der Polizeiübergriff zeigt um so deutlicher, weswegen ein offener und kritischer Raum an der Ruhr-Uni so dringend nötig ist. Deswegen werden wir weiterhin für den Erhalt eines studentisch selbstverwalteten Querforum West kämpfen", so Katharina Teiting.
FUB aktuell
Donnerstag, 25. Januar 2007
Keine Atempause, Geschichte wird gemacht
·Update, 26.01.07, 19 Uhr: Heute um 12 Uhr fand in der Freien Uni ein Pressegespräch von FSVK, AStA, Fachschaften und Initiativen statt. Das Thema waren der offene Brief an den Rektor (s. Link unten) und die studentischen Forderungen.
·Sonntag, 28. Januar, um 20 Uhr: "Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung",LesekreisàZur
Ankündigung
·Montag,
29. Januar, um18 Uhr:
Digitale Boheme, akademisches Subproletariat oder abgehängtes Prekariat. Prekarisierung, neue Klassenverhältnisse und alltäglicher Widerstand, Vortrag, mit Guido Arnold (Wuppertaler Sozialforum; Autor im Schwarzbuch Hartz IV) und Tom Binger (Freier Journalist; Autor im Schwarzbuch Hartz IV)àZur
Ankündigung
·Dienstag,
30. Januar, ab 20 Uhr:
Das FUB-Café!
·Mittwoch, 31. Januar,16 Uhr: In Fahrtrichtung links! Vorstellung des Buchs zu 20 Jahre Bhf. Langendreer, mit Dagmar Wolf & Uwe Vorberg (im Bhf. verantwortlich für das politische Veranstaltungsprogramm),
Zur
Ankündigung
·18 Uhr: 3. Treffen der Arbeitsgruppe von Fachschaften und Initiativen: Studentische Nutzung des QFW
·20 Uhr: GEFÄNGNISBILDER, R: Harun Faroki, D 2000, 61 Min.,Filvorführung mit Diskussion, mit Dr. Hilde HoffmannàZur
Ankündigung
·Freitag/Samstag, 2./3. Februar,um 10.30 Uhr: Frederick Wiseman: Dokumentarfilm, Institutionen und Macht IIVorträge im Rahmen des Seminars mit Filmvorführungen und Diskussionen, mit Dr. Eva Hohenberger
·Sonntag, 4. Februar, um 20 Uhr: "Einführung in die Kritik der politischen Ökonomie", Lesekreis.
24.01.2007: Offener Brief an den Rektor der Ruhr-Universität
Donnerstag, 25. Januar 2007
An den Rektor der Ruhr-Universität Bochum
Bochum, 24.01.2007
Ein breites Bündnis von VertreterInnen der Fachschaften, des AStA und studentischer Initiativen hat heute am 24.01.2007 im Querforum West folgende Bedingungen für die zukünftige Nutzung des Gebäudes beschlossen:
Das Nutzungsrecht für das Querforum West wird den demokratisch legitimierten Organen der Studierendenschaft AStA und FSVK übertragen.
Jene werden zusammen mit studentischen Initiativen sowie Fachschaften gemeinsam ein Konzept erarbeiten, um eine sinnvolle Nutzung des Querforum West für die Studierendenschaft zu gewährleisten. Die Nutzung schliesst selbstorganisierte Veranstaltungen der demokratisch gewählten Gremien und gemein-nützigen studentischen Initiativen, sowie Tutorien des regulären Lehrbetriebs ein.
Bauliche Maßnahmen im Querforum West müssen diesem studentischen Nutzungskonzept entsprechen und deshalb im Einvernehmen mit AStA und FSVK geschehen.
Eine sinnvolle Nutzung der Räume im oben genannten Sinne (Tutorien, Plenar-saal, Büros, Räume für Abendveranstaltungen, etc.) erfordert dauerhafte, schall-isolierte bauliche Maßnahmen und nicht nur mobile Stellwände.
Die breite Mehrheit der Studierendenschaft sieht in der Nutzung der Räumlichkei-ten des QFW als eine sogenannte Erlebnisgastronomie keine Vertretung ihrer Interessen.
Sobald diese Bedingungen dem AStA schriftlich zugesichert sind, wird die Besetzung des Querforums mit sofortiger Wirkung aufgehoben und die Freie Universität Bochum zieht sofort in die Ausweichräumlichkeiten!
Bochum. Obwohl sich am Mittwoch letzter Woche zahlreiche studentische Initiativen und Fachschaften in der Freien Universität Bochum (FUB) versammelt hatten, um ein neues Nutzungskonzept für das Querforum West zu erstellen, hat Rektor Elmar Weiler am Montag, dem 22.01.07, eine erneute Räumungsaufforderung an die Studierenden gestellt. Bis Mittwoch gegen Mittag soll das Gebäude personenfrei sein, ansonsten würde auch der Alternativraum in GA nicht weiter zur Verfügung stehen.
Die Stimmung unter den Studierenden war in den letzten Wochen gut und man stand dem Vorschlag des Rektors Tutorien in das Gebäude zu holen positiv gegenüber. „Wir haben uns darauf gefreut, dem Rektor unser Konzept vorzustellen und zu zeigen, dass die Studis ein wirkliches Interesse daran haben, an der Gestaltung ihres Campus mitzuarbeiten“, sagt Jan Dreyer von der FUB. Der AStA und die VertreterInnen der Freien Uni hatten dem Rektor bei dem Gespräch am Montag einen Brief vorgelegt, in dem die Beteiligten des Konzepttreffens die Universitätsleitung dazu auffordern mehr Zeit für den Planungsprozess einzuräumen. Die Vorstellungen der Studierenden konnten in den Verhandlungen jedoch kaum diskutiert werden. “Der Rektor hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht den Brief zu lesen, sondern hat direkt die Frist festgelegt“, beschwert sich Annika Klüh, die als Vertreterin der FUB mit in dem Gespräch saß.
Die Freie Uni ist trotz der erneuten Aufforderung des Rektors nicht bereit, dass Gebäude zu verlassen und in den Ersatzraum in GA umzuziehen. Die Aktiven lehnten dieses Alternativangebot bereits in den vorherigen Gesprächen ab, da dieser Raum für ihre Zwecke nicht geeignet sei. Ein weiterer Kritikpunkt der Studierenden war, dass sie sich immer noch gegen die Sprachkurse des AStA ausgespielt fühlen, welche den Alternativraum nutzten, bevor dieser der FUB angeboten wurde. Ein Sprachkurslehrer hatte sich in den letzten Tagen an die Freie Uni gewand, da er selber auch immer noch Interesse an dem Seminarraum hat. „Es ist eine Frechheit, dass der Rektor uns so gegeneinander
auszuspielen versucht.“ sagt Klüh weiter. Die Aktiven wollen sich nun dafür einsetzen, dass die Deutschkurse wieder in ihren ursprünglichen Raum zurückkehren können.
Das Programm in der FUB läuft trotz der Räumungsaufforderung weiter und auch das zweite Konzepttreffen mit dem Initiativen findet wie geplant statt. „Wir lassen uns von der Unileitung nicht einschüchtern und hoffen, dass wir den Rektor mit unserem Konzept noch überzeugen können,“ berichtet Jan Dreyer.
Am 22. Mai haben etwa 150 Studierende die
bis dahin leerstehende ehemalige Übergangsmensa
„Querforum West“ besetzt. Damit reagierten
sie auf einen Beschluss des Senats der
Ruhr-Uni, der deutlich gemacht hat: Das
höchste Uni-Gremium zieht die Einführung
von Studiengebühren ernsthaft in Erwägung,
obwohl sie eine bildungs- und sozialpolitische
Katastrophe wären.
In der ehemaligen Übergangsmensa haben wir die
Freie Universität Bochum (FUB) gegründet, um gegen
Studiengebühren und für ein gerechtes Bildungssystem
zu protestieren. Die Freie Uni ist damit Teil einer
bundesweiten studentischen Protestbewegung, die
sich auch an anderen Hochschulen in Besetzungen
und kreativem Widerstand manifestiert hat.
In dem Vierteljahr seit der Gründung der FUB hat sich
viel getan: Die Freie Uni ist ein lebendiges Zentrum
für alternative Veranstaltungen, studentische Kultur
und selbstbestimmtes studentisches Leben geworden.
Alleine in den zwei Monaten des vergangenen Semesters
nach der FUB-Gründung haben in der Freien Uni
über 80 selbstorganisierte Vorträge, Workshops, Podiumsdiskussionen,
Konzerte und Filmabende stattgefunden.
Auch für das kommende Semester sind zahlreiche
Veranstaltungen geplant.
Mitmachen, selber machen!
Die Freie Uni ist ein offener Raum für alle, die sich für
freie und gleiche Bildung, für studentische und alternative
Kultur und für mehr Leben zwischen dem Uni-
Beton engagieren möchten. Weil es in der FUB auch
eine Schlafetage gibt, sind wir 24 Stunden am Tag vor
Ort. Gemütliche Abende am Grill gehören genauso
zum Alltag wie engagierte politische Debatten.
Neugierig geworden? Dann nichts wie hin zur Freien
Uni! Du bist herzlich eingeladen! An der FUB bekommst
du immer einen leckeren Kaffee und triffst
aktive MitstudentInnen. An der FUB kannst du dich
natürlich auch an laufenden Projekten beteiligen oder
eigene Ideen verwirklichen – oder auch einfach nur
deine Zeit zwischen den Seminaren verbringen.
Die Freie Uni Bochum ist ein offener Raum für
alle, die für gebührenfreie Hochschulen und
ein gerechtes Bildungs- und Gesellschaftssystem
eintreten wollen. Darüber hinaus hat die
Freie Uni insbesondere für Erstsemester-
Studierende einiges zu bieten:
Leute kennen lernen: An der Freien Uni ist immer
was los! Wenn ihr neu in Bochum seid, trefft ihr
hier Leute, die euch Tipps und Tricks im Uni-Alltag
verraten können.
Kaffee trinken: Der Uni-Anfang ist spannend,
kann aber auch müde machen. Bei uns bekommt ihr
einen Kaffee und nebenbei auch Infos darüber, was
auf dem Campus sonst so passiert.
Übernachten: Noch kein Zimmer in Bochum gefunden?
Macht nix! Bringt euren Schlafsack und
eine Isomatte oder Luftmatratze mit, und ihr könnt
in der FUB kostenfrei übernachten. In Bochum gibt
es keine Jugendherberge, aber jetzt die FUB!
Semesteranfangsparty: Wenn's richig los geht
mit den Vorlesungen, dann gibt es in der Freien Uni
die große Semesteranfangsparty. Achtet auf Flugblätter
und Plakate!
Selbst aktiv werden: Die Freie Uni ist ein Knotenpunkt
für viele politische und gesellschaftliche
Gruppen geworden. Wenn ihr selbst aktiv werden
wollt, dann schaut an der Freien Uni vorbei – direkt
nach dem Einschreiben, zwischen euren Seminaren,
oder Montags und Mittwochs abends zum FUB-Plenum.
Ulla Jelpke zu Gast
Samstag, 22. Juli 2006
Als erste Bundestagsabgeordnete hat sich die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion schon am Tag nach der Gründung mit der Freien Uni solidarisiert. Am 07. Juni 2006 war Ulla dann zu Gast an der FUB und hat in einem Workshop zum Thema „Bildung und Migration“ mit den Anwesenden über die bundesdeutsche AusländerInnen- und Migrationspolitik diskutiert. Systematisch hat der Workshop die vielfältigen strukturellen Benachteiligungen derer herausgearbeitet, die nicht mit deutschem Pass in Deutschland auf die Welt gekommen sind. Viele Beiträge der mitdiskutierenden StudentInnen haben deutlich gemacht, dass sich die skandalösen Diskriminierungen in der gegenwärtigen Hochschulpolitik nahtlos fortsetzen.
Diskussionsveranstaltungen, Seminare, Workshops, Koordinationsraum für Proteste gegen Bildungs- und Sozialabbau – das ist noch lange nicht alles, was an der Freien Uni Bochum passiert. Die Freie Universität stellt ihre Räumlichkeiten auch Fachschaften der RUB für ihre Feiern und Treffen zur Verfügung.Am 14. Juli hat der Fachschaftsrat evangelische Theoligie von dem Angebot Gebrauch gemacht und die Theo-Party in der FUB veranstaltet – mit vollem Erfolg.
Matthias Schamp an der Freien Uni Bochum - Literatur zwischen Kerzengeflacker und Feuerlöscher. Außergewöhnliche Ereignisse tragen sich am Abend des 29. Juni 2006 in der Freien Uni Bochum zu: Ein prominenter Bochumer Multikünstler und Autor sitzt erst noch ganz ruhig zwischen flackernden Kerzen und Feuerlöscher in der Sofaecke des Querforums und liest aus seinen gesammelten Werken, um plötzlich aufzuspringen und lautstark zu skandieren: 'Friss die Südkurve! Friss den Feuerlöscher! Friss die, die dich fressen wollen!' Aus den Publikumsreihen erschallt daraufhin ein lautstarkes 'Olééé, olé, olé, olé!' Es ist der wortgewaltige Vortrag von Matthias Schamp, der die Stimmung in der FUB zum kochen bringt.
Wir, die Studierenden der FREIEN UNIVERSITÄT BOCHUM, erklären uns solidarisch mit der streikenden Bochumer Belegschaft der Adam Opel GmbH. Wir unterstützen Euer Streikziel, Werkschließungen an den einzelnen Opel/GM-Standorten in Europa zu verhindern. Darüber hinaus hoffen wir, die gegenwärtigen sozialen Abwehrkämpfe künftig verstärkt gemeinsam führen zu können. Arbeitsplatz- sowie Bildungs- und Sozialabbau sind Symptome derselben Krankheit: Die weltweite Tendenz einer schrankenlosen Ökonomisierung aller Lebensbereiche erfordert neue Bündnisse und eine solidarische Vertretung gemeinsamer Interessen der Betroffenen. Wie das Beispiel Frankreich in den vergangenen Monaten gezeigt hat, ist hierbei eine enge Zusammenarbeit zwischen Beschäftigten und Studierenden besonders wirkungsvoll.
Das Logo der Freien Universität Bochum wurde 2002 vom Bochumer Künstler Gilbert Geister ursprünglich für die Initiative
Schulterschluß - eine Brücke zwischen Arbeitenden und Studierenden angefertigt. Bei dem Motiv handelt es sich um eine
Verfremdung des Logos der Ruhr-Universität Bochum (RUB), wo zwei Protagonisten der griechischen Mythologie zu sehen sind.
Hierbei wurde Epimetheus, der eher eine mythologische Nebenrolle spielt und im RUB-Logo die Geisteswissenschaften
repräsentiert, durch eine Arbeiterin ersetzt.
Am 22.05.06 ist die Freie
Universität Bochum ins Leben gerufen worden! Während der öffentlichen
Senatssitzung zum Thema Studiengebühren im Audimax wurde vielen Studierenden
klar, dass das bestehende Hochschulsystem in einer tiefen Krise steckt: Das
Land NRW zieht sich schrittweise aus der öffentlichen Finanzierung
hochschulischer Bildung zurück und hinterlässt marode Strukturen, die
dringender Sanierung bedürfen. Universitäten dürfen nicht zu reinen
Ausbildungsstätten verkommen, die nicht mehr dem Gründungsgedanken einer
möglichst breiten Bildung dienen, sondern vor allem den Interessen der
Industrie. Daher ist es höchste Zeit, alternative Konzepte der
Hochschul-bildung umzusetzen und zu den Grundsätzen einer freien Bildung ohne
ökonomische Barrieren zurückzukehren!
Mit der Gründung der
Freien Universität Bochum wurde heute der Grundstein gelegt, um eine
Alternative zur Kommerzialisierung hochschulischer Bildung zu schaffen und neue
Wege gehen zu können. Dies ist eine einmalige Chance und könnte bundesweit
ausstrahlende Wirkung haben - also: Sei von Anfang an dabei!
Kommt ins Querforum!
Einstieg erfolgreich
Mittwoch, 24. Mai 2006
Schon die ersten 2 Tage der Freien Uni Bochum waren sehr erfolgreich. Neben einer Nachlese des 16. Internationalen Videofestivals am ersten Abend war vor allem der Dienstag mit einem Programm von 10 Uhr morgens bis spät in die Nacht sehr erfolgreich. Nach Lesungen und Informationsständen den Nachmittag über spielten 6 spontan eingeladene Bands den ganzen Abend lang in den Räumen der Freien Universität Bochum am Querforum West. Auch heute steht ein Programm bereit und wir hoffen weiterhin auf rege Teilnahme aller Besucher des Sommerfestes.
Sommerfest der FUB
Mittwoch, 24. Mai 2006
Seit Montag, den 22. Mai 2006, gibt es eine neue Institution in der nordrhein-westfälischen Hochschullandschaft: 150 Studierende riefen an diesem Tag nach einer – vielleicht vorentscheidenden – hochschulpolitischen Weichenstellung des Senats der Ruhr-Universität in Richtung allgemeiner Studiengebühren die FREIE UNIVERSITÄT BOCHUM aus, die seitdem die bislang leerstehenden Räumlichkeiten des Querforums West (ehemalige Mensa) auf dem Ruhr-Uni-Campus nutzt.