Ab dem 17. Februar 2007 findet im Sozialen Zentrum Bochum jeden zweiten und vierten Samstag ab 20 Uhr das FUB-Café statt. Dort wollen wir die Perspektiven von Freiräumen und den Protesten gegen Studiengebühren disktieren oder einfach nur abhängen. Bei netter Musik in gemütlicher Runde mit Mate-Tee und je nach Grad der (selbst-)Organisation auch veganem VoKü wollen wir uns austauschen und weitere Aktionen und Veranstaltungen planen. Die BildungsaktivistInnen der Freien Uni lassen sich nicht unterkriegen. Wir machen im Exil weiter.
Nach der Räumung ist vor der Besetzung. Für ein selbstbestimmtes Leben!
Auch nach der Räumung des Querforums durch zwei Polizei-Hundertschaften macht die Freie Uni Bochum weiter. Die Plenumssitzungen, die derzeit provisorisch in unterschiedlichen Räumen stattfinden müssen, sind derzeit genauso gut besucht wie vor dem Polizeiübergriff. "Die FUB, das ist ja nicht das Gebäude, sondern das sind wir, die wir seit über acht Monaten für Leben auf dem Bochumer Uni-Campus gesorgt haben", so eine Aktive. Im Moment steht eine ganze Menge Organisationsarbeit an: Es müssen Ausweichräume für bereits geplante Veranstaltungen gefunden werden, damit wenigstens ein Teil des Programms auch im Exil aufrecht erhalten werden kann. Darüber hinaus laufen die Planungen für zukünftige Aktionen auf Hochtouren: "Wir werden auch in Zukunft weiter Freiräume erkämpfen!"
Regelmäßige Termine der Freien Universität Bochum:
- Samstags ab 20 Uhr: FUB-Café im Sozialen Zentrum Bochum (Rottstr. 31)
- Freitags, 16:30 Uhr: FUB-Spanischkurs im Sozialen Zentrum Bochum (Rottstr. 31)
Die Freie Uni kennt keine Semesterferien, es darf weiter gelernt werden!
Allerdings wird es nicht jeden Tag eine Veranstaltung geben. Achtet einfach regelmäßig auf die neusten Ankündigungen oder tragt euch in die Protestkomitee Mailinglist ein, über die auch immer das aktuelle Programm verschickt wird!
Ein Termin ist aber schon mal sicher:
Vom 24.08 bis zum 29.08 findet an der Freien Uni Bochum ein landesweites Sommercamp statt.
Geplant ist ein vielfältiges Programm mit jeder Menge abwechslungsreichen Vorträgen und Workshops. Über den genauen Ablauf halten wir euch natürlich auf dem Laufenden. Auf der Sitemap findet ihr auch einen Eintrag "Sommercamp 2006", unter dem alle Details stehen.
Natürlich könnt ihr auch außerhalb der Veranstaltungen gerne mal vorbei schauen. Es ist immer jemand da und kalte Getränke liegen auch im Kühlschrank!
So weit so gut. Die FUB wünscht allen schöne Semesterferien. Erholt euch vom Uni Stress und schaut mal rein!
1. August 20 Uhr, Freie Uni Bochum:
Der Theoretiker und die Bewegung - Das Beispiel John Holloway
Vortrag von Fabian Kettner, Arbeitskreis Rote Ruhr-Uni
Das Verhältnis von sozialer Bewegung und theoretischer Reflexion wird gemeinhin so bestimmt: Die Bewegung macht, die Theoretiker denken. Die einen Theoretiker sind bei der Bewegung nicht so beliebt, weil sie diese kritisieren; die anderen sind es schon eher, weil sie dieser zuarbeiten wollen. Von den Bewegungskritikern gilt, dass sie arrogant seien, von den Bewegungstheoretikern das Gegenteil.
Zu den Bewegungen der letzten Jahre entstanden einige Werke, die dann zur »Bibel« dieser Bewegungen ausgerufen wurden. Dazu zählt neben Michael Hardts & Antonio Negris Empire auch John Holloways Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen. Bewegungstheoretiker bemühen sich, (a) Bewegungen zu verstehen, (b) den geheimen oder offenen Sinn von Bewegungen zu artikulieren und (c) diesen Bewegungen mit ihrer Theorie eine Richtung zu geben. Dazu verknüpfen sie Theoriebestände mit aktuellen Protesten. Inwieweit ihre Theorie einerseits einem Bewegungsbewusstsein und einer Bewegungspolitik mitunter fatale Konsequenzen einlegt - und inwieweit sie andererseits bereit sind, ihr Denken anzupassen, um einer Bewegung nach dem Mund zu reden und ihre Wünsche in sie projizieren zu können, das soll in diesem Vortrag am Beispiel Holloways gezeigt werden.
Die These ist: Das Verhältnis des Theoretikers zur Bewegung ist genau umgekehrt zur verbreiteten Auffassung: Der Bewegungstheoretiker betrügt die Bewegung um das, was aus ihr werden könnte und erniedrigt sie, indem er sie wie ein unreifes Kind behandelt - der Bewegungskritiker nimmt sie überhaupt erst ernst und befindet sich mit ihr auf Augenhöhe, indem er sie kritisiert.
2. August 20 Uhr, Freie Uni Bochum: Filmvorführung (englische Originalversion)
Weltbank und Währungsfond behaupten nach wie vor, die Entwicklungsländer durch ihre Kredite und die daran gebundenen Reformen zu unterstützen. Die WTO verbreitet das Evangelium vom Freihandel als Allheilmittel für die dritte Welt. Der Film 'Life and Debt' zeigt am Beispiel Jamaika eindrucksvoll wie diese Methoden aber tatsächlich zur fortschreitenden Verarmung der Bevölkerung führen und Entwicklungsländer in eine ausweglose Schuldenfalle treiben.
FUB Programm 10.07. - 14.07.
Freitag, 7. Juli 2006
FUB Programm in den Semesterferien
Veranstaltungsprogramm
10.7.-14.7.2006
DIENSTAG, 11.7. 12.00-14.00
Uhr:
Seminar:
Dr. C. J. Bauer (Institut für Philosophie)
Gesellschaftskritik II: Marcuse, Der eindimensionale Mensch
MITTWOCH, 12.7. 16.00-18.00 Uhr: Workshop:Labor e. V.
(Bochum)
Weg von der Postkarte! - Verschlüsselung im Alltag
E-Mail stellt heutzutage äußerst wichtiges
Kommunikationsmittel dar. Um so schockierend ist es, wie einfach sich
E-Mails fälschen und mitlesen lassen. Um dem entgegenzuwirken
wollen zwei Laboranten Jörg Bornschein und Daniel
Otte
in diesem Workshop Möglichkeiten zur E-Mail
Verschlüsselung vorstellen, die einfach in der Bedienung und
somit für den alltäglichen Einsatz
für jedeN geeignet sind.
19.00-21.00 Uhr:
Vortrag:
Dr. Christoph Hesse (Bochum)
Kulturindustrie und Kino
Sergej Eisenstein bemerkte einmal, daß der Film "die etwas
berüchtigte Eigenschaft besitzt, Kunst und Industrie
zu sein." Tatsächlich war der Film bereits eine
Industrie, bevor er sich überhaupt zur
Kunst fortentwickelte. Und noch die Filmkunst, die aus der
kinematographischen Technik hervorging und eine "Sprache"
erschuf, von der man schon in den 1920er Jahren behauptete,
sie sei den Ausdrucksmöglichkeiten der traditionellen
Künste ebenbürtig, hat die Spuren nicht verwischen
können, die sie als Produkt der modernen Industrie
ausweisen. Das betrifft zum einen die zur Filmproduktion
erforderlichen technologischen Apparaturen, welche die
Bedeutung des künstlerischen Handwerks herabsetzen, indem
sie zahlreiche manuelle Verfahren durch industrielle ersetzen,
und zum andern den Einsatz des Kapitals, das erforderlich ist,
um einen Film produzieren zu können, und das
seinerseits strikte Anforderungen an die Filmkunst stellt.
Denn auch das in der Filmproduktion eingesetzte Kapital will
sich gewinnbringend verwerten und nicht an einen wertlosen
Kunstgegenstand verlieren. Zu diesem Zweck müssen die
Werke als Waren kalkulierbar gemacht werden, auch was ihre
ästhetische Organisation anbelangt. So hat
die Filmindustrie stets neue Maßnahmen getroffen, um
den vermeinten Erwartungen ihrer Kundschaft nicht nur zu
entsprechen, sondern diese Erwartungen selbst mit
entsprechenden Produkten vorauseilend zu dirigieren.
Erstaunlich ist daher nicht so sehr, daß die
Filmgeschichte zum großen Teil solche Filme
hervorgebracht hat, von denen Adorno sagte, er sei bisher noch
aus jedem dümmer wieder herausgekommen, sondern daß
die Filmindustrie außerdem noch die etwas
berüchtigte Eigenschaft besitzt, Kunst zu
produzieren. Wie es dem Film gelungen ist, sich unter dem
Regime der Kulturindustrie zur wichtigsten Kunst des letzten
Jahrhunderts zu entwickeln, darum soll es in diesem Vortrag
gehen.
ab 21.00 Uhr: Filmabend
Un Chien
andalou (Ein andalusischer Hund), Frankreich 1928
Regie: Luis Buñuel. Drehbuch: Luis Buñuel,
Salvador Dalí. Mit: Pierre Batcheff, Simone Maureuil,
Salvador Dalí
L'Âge
d'or (Das goldene Zeitalter), Frankreich 1930
Regie: Luis Buñuel. Drehbuch: Luis Buñuel,
Salvador Dalí. Mit: Gaston Modot, Lya Lys.
Einleitung: Bernd Reinink
"Alles muß
getan werden, alle Mittel sind recht, um die Ideale Familie, Vaterland,
Religion zu zerschlagen." (André Breton)
"Für mich ist
es selbstverständlich, die sogenannten ewigen Prinzipien
anzugreifen, denn sie sind Instrumente der Unterdrückung, und
ich glaube, daß man einen permanenten Kampf für die
Freiheit führen muß." (Luis Buñuel)
Luis Buñuels frühe Filme Un Chien andalou
(Ein andalusischer Hund, 1928) und L'Âge
d'or (Das goldene Zeitalter, 1930) stehen in der
Filmgeschichte einzig dar. Es handelt sich bei ihnen um die
reinsten Dokumente einer im strengen Sinne surrealistischen
Revolte gegen das Sinn- und Bedeutungsgebot, das über
die Kunst hinaus mit der herrschenden Moral
und Gesellschaftsauffassung liiert ist. Bleibt bei Un Chien andalou
der intendierte Skandal noch aus, weil der Verstoß
gegen die narrative Logik, die Fortsetzung der Traumproduktion
mittels assoziativer Montage, die sexuellen Provokationen der -
Aufregungen durchaus gewohnten - Pariser Kunstszene der 20er Jahre
letztlich verdaulich bleiben, führt
die Hinzufügung eines weiteren Giftstoffes, eines vom
Marxismus gespeisten Klassenkampfdenkens, bei L'Âge d'or
zum gewünschten Erfolg und zum
größten Skandal der Filmgeschichte: um die
Aufführung zu verhindern, werfen französische
Faschisten Bomben gegen die Leinwand, liefern
sich Saalschlachten mit Zuschauern und demolieren das
berühmte Kino Studio 28 am Montmartre, woraufhin der
Film von den Behörden verboten wird. Jean-Luc Godard ist also
zuzustimmen, wenn er fünfzig Jahre später in Bezug
auf L'Âge d'or
vom "einzigen Kinofilm, der mal Staub aufgewirbelt
hat", spricht, "der auch heute noch, muß man sagen,
eine große Kraft besitzt."
DONNERSTAG,
13.7. 10.00
Uhr: Vollversammlung
aller Studierenden der RUB
Alle Studierenden der Ruhr-Universität Bochum sind aufgerufen
sich auf dem Nordforum vor der Universitätswaltung
einzufinden. Auf der Vollversammlung sollen die neuesten Entwicklungen
zur Einführung allgemeiner Studiengebühren an der RUB
erläutert werden.
20.00 Uhr:
Vortrag mit Diskussion:
Ingo Elbe (Bochum)
Kennen Sie Marx? Eine Einführung zu Lesarten der
Marxschen Theorie
Lange Zeit hindurch konnten die Diskurse des partei-,
später staatsoffiziellen Marxismus sowie des
'westlichen' Antikommunismus die nahezu
uneingeschränkte Definitionsmacht über das
beanspruchen, was gemeinhin als 'Marxscher' oder
'wissenschaftlicher Sozialismus' galt. Beide, parteioffizielle
Vertreter wie bürgerliche Kritiker, kleisterten
– vor allem vermittelt über die
Interpretationen Friedrich Engels' – gerade aus den
der klassischen politischen Ökonomie und
bürgerlichen Geschichtsphilosophie verhafteten
Restbeständen in Marx' Schriften ein absurdes System
'eherner Notwendigkeiten' des geschichtlichen
Fortschritts sowie einer 'historischen Mission' des
Proletariats zusammen. Unterfüttert wurde das Ganze
von einer zur alternativen Volkswirtschaftslehre
pervertierten Deutung der Kritik der politischen Ökonomie. Im
zwanzigsten Jahrhundert entstanden aber auch oppositionelle
Formen der Marx-Deutung, die mit dem Label "westlicher
Marxismus" und "neue Marx-Lektüre" versehen werden.
Der Vortrag bietet eine verständliche Einführung in
die theoretischen Modelle der Marx-Interpretation sowohl des
traditionellen Marxismus als auch der kritischen Marxismen.
Durch die lange Rezeptionsgeschichte des letzten Jahrhunderts
hindurch soll ein Bild von Marx erkennbar werden, das den
einen oder die andere überraschen wird...
Ingo Elbe ist Philosoph
und promoviert zur Zeit zum Thema "Die
neue Marx-Lektüre in der Bundesrepublik".
FREITAG, 14.7. 10.00-14.00
Uhr:
Seminar:
Dr. Hilde Hoffmann (Institut für Medienwissenschaft)
Mediensysteme/Medieninstitutionen
Thema der Sitzung: 'Globale Netzwerke'
20.00-21.00
Uhr:
Lesung: Carsten Marc Pfeffer und Thomas Schlick
Thomas Schlick liest Prosagedichte aus der 'Seifenblasenjugend',
Carsten Marc Pfeffer u. a. Auszüge aus seiner neuen Novelle.
ab 21.00 Uhr:
Die Theologie-Party kommt an die FUB!
Eintritt frei!
FUB Programm 03.07. - 07.07.
Sonntag, 2. Juli 2006
FUB Programm 26.6.-6.7.
Veranstaltungsprogramm
3.7.-7.7.2006
DIENSTAG, 4.7.
12.00-14.00
Uhr:
Seminar:
Dr. C. J. Bauer (Institut für Philosophie)
Gesellschaftskritik II: Marcuse, Der eindimensionale Mensch
(Seminarraum)
16.00-18.00
Uhr:
Bewegungsworkshop
Yoga und Tanz - kommt hin und macht mit!
Ohne Anmeldung!
19.00
Uhr:
Buchvorstellung und
Diskussion:
Christian Dornbusch und Hans-Peter
Killguss (Antirassistisches Bildungsforum Rheinland)
Unheilige
Allianzen: Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und
Neonazismus
Im Schatten des Black-Metal-Mainstreams hat sich eine Underground-Szene
aus Bands, Fans und Magazinen entwickelt, die sich zwischen Satanismus,
Heidentum und offener Glorifizierung des Nationalsozialismus bewegt.
Die Anhänger eines sozialdarwinistisch geprägten
Satanismus beanspruchen als selbsternannte
›Elite‹ ein ›Recht des
Stärkeren‹ und propagieren die Vernichtung all
dessen, was in ihren Augen schwach ist.
Um sich vom Christentum abzugrenzen, begeben sich andere Musiker auf
die spirituelle Suche nach ihren ›eigenen‹
Wurzeln. Sie erheben das germanische Heidentum zur Heilsreligion,
fordern ein Leben nach vermeintlichen Gesetzen der Natur und die
Vertreibung derer, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Obgleich
von der Öffentlichkeit weniger beachtet, haben die extrem
rechten Bands des Genres unter dem Label NS-Black-Metal den
Schulterschluss mit ihren ›Brüdern im
Geiste‹, den neonazistischen Skinheads, längst
vollzogen.
Die Referenten der Veranstaltung sind die Autoren des Buches
„Unheilige Allianzen – Black Metal zwischen
Satanismus, Heidentum und Neonazismus“. In Ihrem Vortrag
werden sie die Entwicklung des Black Metal und seiner Szene
beschreiben, die Motive des Genres sowie ihre Verknüpfung mit
der Ideenwelt der extremen Rechten analysieren und Bands und Akteure
benennen, die zum neonazistischen Untergrund in Deutschland und Europa
gehören.
Thema: Auseinandersetzung zwischen Handlung und Struktur in der Debatte
um Geschichtsschreibung in den 80er Jahren
Text: Thomas Sokoll: Kulturanthropologie und Historische
Sozialwissenschaft, in: Mergel, Th./Welskopp, Th. (Hg.): Geschichte
zwischen Kultur und Gesellschaft, München 1997, S. 233 - 272.
DONNERSTAG, 6.7.
15.00-18.00
Uhr:
Vorträge mit
Diskussion:
Dispositive der Macht - Dispositive der Medien
15.00-16.00
Uhr:
Sebastian Scholz (Institut für Medienwissenschaft)
(Un)Sichtbarkeitszonen. Politische Potentiale der
Medienwissenschaft
Man kann nicht sinnvoll von Politik sprechen, ohne damit zugleich auch
‚Medien’ (ob als Technik, Signifikationssystem,
Dispositiv oder Institution) zu adressieren, umgekehrt erfreuen sich
die „Politiken der Medien“ gegenwärtig
vermehrter wissenschaftlicher Aufmerksamkeit. Wenn Judith Butler in
einem ihrer jüngsten Essays behauptet, die Sphäre der
Öffentlichkeit werde von dem vorgezeichnet, was sich nicht
sagen lässt und was nicht gezeigt werden kann, so dass die
„Grenzen des Sagbaren und die Grenzen dessen, was erscheinen
kann“ den Bereich definieren, in dem das politische Sprechen
wirksam werden kann, ist auch damit auf einen unauflöslichen
und immanenten Zusammenhang von Politik und Sichtbarkeit verwiesen.
Damit ist aber nicht ein, wie auch immer, manipulativer Aspekt
‚der Medien’ gemeint. Medien sind beteiligt an der
Errichtung von Sichtbarkeitszonen. Die Frage, was Einschluss in diese
Zonen findet und was als Unsichtbares ausgeschlossen bleibt, ist eine
Frage des Politischen der Medien und nur bedingt, wie Butler glaubt,
ein „Instrument der Zensur“. Wie ist also jener
Bereich zu fassen, der als Ebene der Bedingung der Möglichkeit
für das Erscheinen und Zusammenwirken von Medien und Politik
das Politische mit dem Medialen verbindet?
Unter Rückgriff auf Foucaults Konzept der
Heterogenität von Sichtbarem und Sagbarem, könnten
sowohl Aufschlüsse über das spezifisch Mediale des
Politischen gewonnen werden, als auch Hinweise für eine
politisch informierte Rede von Medien und Medialem. Diese
Verschränkungsfigur kann als der Einsatz des Denkens dienen,
welcher die Vorgänge der Sichtbarkeitsproduktion sowie der
Kopplung von Sichtbarem und Sagbarem zu einem (tautologischen)
‚Dispositiv der augenscheinlichen Evidenz’
kenntlich macht.
In der Problematisierung des Zusammenhangs von Sichtbarem und Sagbarem
und der damit entstehenden politischen Zonen von Sichtbarkeit und
Unsichtbarkeit liegt eine dringliche Aufgabe (nicht allein)
medienwissenschaftlichen Denkens und Arbeitens.
Sebastian Scholz ist
wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für
Medienwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.
16.00-17.00
Uhr:
Hanna Surma/Dr. Andrea Seier (Institut für
Medienwissenschaft)
Medien und (Selbst-)Führung. Aktuelle
Lifestyle-Formate im Fernsehen
Die deutsche Fernsehlandschaft weist gegenwärtig einen neuen
Sendetypus auf, der sich unter dem Stichwort
„Lifestyle-TV“ subsumieren lässt. Benannt
ist damit eine spezifische Ausdiffe-renzierung des seit den 1990er
Jahren im europäischen und amerikanischen Fernsehen
auf-kommenden Reality-TV, das seine Vorläufer sowohl in
Printmedien (Zeitschriften, Ratgeber-Literatur) als auch im filmischen
und vor allem fernsehspezifischen Dokumentarismus hat: Kochen und
Heimwerken, Dekorieren und Putzen, Gartenarbeit und Kindererziehung,
Mode und Partnerwahl, d.h. bislang als privat konnotierte und
feminisierte Bereiche der „Sorge um sich“
(Foucault) werden seit einiger Zeit mit je eigenen Formaten und
Inszenierungsstrategien im Fernsehen thematisiert. Auf der Basis der
Arbeiten Michel Foucaults, in deren Zentrum die Verklammerung
gesellschaftlicher Machtformationen, Wissensformen und
Selbsttechnologien steht, untersucht der Beitrag den Zusammenhang von
Medien- und Selbsttechnologien anhand aktueller Programme. Notwendig
wird dabei, Foucaults Arbeiten im Hinblick auf medienspezifische
Fragestellungen zu spezifizieren, etwa um den besonderen Stellenwert
von Medien im Kontext von Selbsttechnologien präzisieren zu
können.
17.00-18.00
Uhr:
Abschließende Diskussion
19.30 Uhr:
Vortrag mit
Diskussion:
Prof. Dr. Reinhart Kößler
(Münster)
Vom Umgang mit einem Völkermord: Probleme der
Versöhnung zwischen Namibia und Deutschland
Bei der Betrachtung kolonialer Vergangenheit Deutschlands wird oft
übersehen, eine wie wichtige Rolle Kolonien - ungeachtet der
nur drei Jahrzehnte währenden effektiven deutschen
Kolonialherrschaft - auch für den deutschen Nationalismus
gespielt haben. Eine besondere Bedeutung hat dabei der
Völkermord, der Teil der Strategie während des
Herero-Deutschen und Nama-Deutschen Krieges in Namibia 1904-1908 war.
Aktueller Anlass für die Auseinandersetzung mit diesen Fragen
ist zum einen das neu erwachte Interesse an der kolonialen
Vergangenheit Deutschlands und zum anderen die eng damit
verknüpfte Debatte um adäquate Formen der
Versöhnung nach der lange überfälligen
Entschuldigung, die Ministerin Wieczorek-Zeul am 11. August 2004 bei
der Gedenkfeier zum 100. Jahrestag der Schlacht am Waterberg
ausgesprochen hat. Hier zeigen sich die verwickelten
Interessenkonstellationen, die in Namibia zum guten Teil auch Folge der
kolonialen Herrschaft sind, zum anderen aber stellen sich schwierige
Fragen des Umgangs mit dem Problem des Völkermordes auch vor
dem Hintergrund der deutschen Geschichte der ersten Hälfte des
20. Jahrhhunderts.
Reinhart
Kößler ist apl. Professor am Institut für
Soziologie in Münster und Mitbegründer und
Redaktionsmitglied der "Peripherie. Zeitschrift für Politik
und Ökonomie in der Dritten Welt".
ab
21.00 Uhr:
Salsa Tanzkurs
Lust das Tanzbein zu schwingen? Der AStA Tanzkreis
kommt an die FUB!
Zum zweiten mal findet unter der Leitung von Bernd Bruns der
AStA-Tanzkurs in der FUB statt. Diesmal will er das kleine Fleck vor
dem ehem. Querforum West in eins der weltweiten Zentren - neben New
York, Miami, Puerto Rico, Kuba und Venezuela - der SALSA verwandeln!
Ohne Anmeldung!
FREITAG, 7.7.
ab 20 Uhr:
Lesung:
VOLXBEGEHREN supported by ROB DOG
Rob Dog aka Robert Schindelbeck, das Enfant terrible unter den
Gladbacher Untergrundpoeten, haut seinen Zuhörern schnoddrige
Geschichte über Verlierer und Verrückte um die Ohren
und erteilt Einblicke in das anarchische Literatenleben fernab
jeglicher Bestsellerlisten. Dazwischen teilt er auch gerne schon mal
kräftig aus gegen alles was ankotzt und seziert mit schnellen
Schnitten das Zwischenmenschliche.
Das Düsseldorfer Literatainment-Duo VOLXBEGEHREN (bestehend
aus dem Poeten Jonas Jahn und dem Rock-Barden Life P.),
präsentieren auf der Bühne Gedichte, Geschichten und
Sonx, oft spontan und oft interaktiv ziehen sich auch mal Comedy-und
Kabarettelemente durch ihr Programm. Mal abwechselnd, mal gemeinsam und
manchmal auch gegeneinander hat VOLXBEGEHREN doch nur ein Ziel: Rocken!
Jahns Slam-Lyrik ist offensiv und pathetisch, seine Geschichten suchen
den Alltag zu überwinden. Life P. beweist in seinen
Rock/Blues/Country beeinflussten Sonx ein Herz für Loser und
behandelt Alltägliches wie das nächste Bier oder das
Zusammenleben mit all den Arschlöchern da draußen.
Erstmals treten die Drei zusammen auf einer Bühne auf, um alle
wackeren Besetzer-Innen und ProtestlerInnen an der Freien Uni Bochum zu
unterstützen und den Pott für sich zu erobern.
FUB Programm 26.06. - 30.06.
Sonntag, 2. Juli 2006
MONTAG, 26.6.
10.00-14.00 Uhr:
Dr. Hilde Hoffmann / Dr. Eva Hohenberger (Institut
für Medienwissenschaft)
Seminar:
Lang lebe der Amateur!
DIENSTAG, 27.6.
20.00 Uhr:
Filmvorführung:
Der
Saustall
(Coup de torchon, Frankreich 1981)
Regie: Bertrand Tavernier
Mit Philippe Noiret, Isabelle Huppert, Stéphane Audran u.a.
Einleitung: Dr. Christoph Hesse (Bochum)
"Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs spielt sich unter den
Verwaltungsbeamten und deren Ehefrauen in einer französischen
Kolonie in Westafrika eine makabre Komödie ab, die
in blutigen Ernst umschlägt, als ein
gedemütigter Polizist seine Peiniger der Reihe nach zur
Strecke bringt", schreibt das Lexikon des internationalen Films.
"Bertrand Tavernier entwirft das zynische Bild einer maroden
Zivilisation, deren Moralprinzipien sich als brüchige Fassade
erweisen: Im 'Saustall' herrscht der totale Amoralismus, das reine
Lustprinzip" -- das allerdings unter den Bedigungen einer von
Ausbeutung und Herrschaft gezeichneten Gesellschaft nichts anderes sein
kann als die unverhohlene Affirmation des Zwangs, den diese
Gesellschaft auch der herrschenden Klasse auferlegt. In den
Außenbezirken der kapitalistischen Welt gelten andere Gesetze
als die der Freiheit und Gleichheit, welche die bürgerliche
Gesellschaft für sich in Anspruch nimmt. Unter diesen
Bedingungen läßt auch die Bourgeoisie
ihren diskreten Charme vermissen und sucht Zuflucht zu jener
ungezügelten Asozialität, die sie selbst als eine
angebliche Natureigenschaft der 'Neger' und Proleten verachtet.
MITTWOCH, 28.6.
15.00 Uhr:
Filmvorführung:
Blutige
Erdbeeren
(USA 1970)
Regie: Stuart Hagmann
Dieser New Hollywood-Film
zeigt eine Episode aus der amerikanischen Studentenbewegung der 60er
Jahre. Die anschließende Diskussion konzentriert sich auf
die ganz besondere Rezeptionsgeschichte des Films in
Deutschland Ost und Deutschland West.
Im Anschluss:
16.30-17.30 Uhr:
Dr. Jörg Schweinitz (Institut für
Medienwissenschaft)
Diskussion zum Film
"Blutige Erdbeeren"
im Rahmen des Seminars: Reinventing Film Studies. Filmforschung im Medienzeitalter
20.00 Uhr:
Vortrag:
Aycan Demirell (Kreuzberger Initiative gegen
Antisemitismus-Berlin)
Antisemitismus
in
migrantisch-moslemischen Communities
Wer Sechzig Jahre nach der fast vollständigen Ausrottung des
europäischen Judentums durch eine zur totalen
Vernichtungsmaschinerie verschweißten deutschen
Volksgemeinschaft noch die Hoffnung hegte, dass Antisemitismus in
Deutschland nach 1945 endgültig der Vergangenheit
angehört, muss sich angesichts empirischer Befunde eines
Besseren belehren lassen.
Schließlich glauben bis zu 50 Prozent der Deutschen
weiterhin, dass Juden versuchten, aus der Vergangenheit des Dritten
Reiches heute ihren materiellen Vorteil zu ziehen und die Deutschen
dafür zahlen zu lassen. 63 Prozent der Deutschen sind
darüber hinaus der Auffassung, dass ein
„Schlussstrich unter die Diskussion über
Judenverfolgung“ gezogen werden sollte. Einer
Allensbacher-Studie zufolge kommen sogar auf jeden in Deutschland
lebenden Juden 300 Antisemiten.
In den letzten Jahren hat sich allerdings dem Antisemitismus der
deutschen Mehrheitsgesellschaft, ein bisher kaum wahrgenommener und
thematisierter migrantischer Antisemitismus zugesellt, der zunehmend
Verbreitung findet. So gilt die Bezeichnung „Jude“
in bestimmten migrantischen Communities, gerade unter Jugendlichen,
mithin als Schimpf- und Schmähwort. Antisemitische
Verschwörungstheorien über den 11. September
gehören dabei ebenfalls zum festen Kanon eines migrantischen
Antisemitismus wie die Feindschaft gegen Israel, die in den meisten
Fällen bis zum Vernichtungswunsch reicht.
Über Träger, Motive und Diskurse aus welchen sich
dieser spezifisch migrantisch moslemische Antisemitismus speist, wird
Aycan Demirell von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus
referieren und über die Arbeit der KIgA mit migrantischen
Jugendlichen berichten. Die KIgA wurde im Jahr 2003 gegründet
und entwickelt seit 2004 pädagogische Konzepte und
führt Projekte durch, die sich mit aktuellem Antisemitismus
auseinandersetzen. Die Zielgruppe bilden Jugendliche aus kulturell
gemischten Gruppen oder mit Migrationshintergrund.
Die
Diskussionsveranstaltung ist eine Kooperation zwischen
dem AStA Referat für Grund- und Freiheitsrechte und dem
Aktionsbündnis der antifaschistischen FachschaftlerInnen der
RUB (Abafru).
DONNERSTAG,
29.6.
19.30
Uhr:
Lesung:
Matthias Schamp
(Bochum)
liest aus
seinem Cyber-Westernroman "Hirntreiben" (2001) und dem
Erzählband "Zärtliche Massaker. Geschichten aus dem
Ruhrgebiet" (2003)
"Zukunftsvision: Die Außenwelt - "versunken wie einst
Atlantis" - existiert nur mehr als Fiktion einer im Zentralcomputer
generierten Wirklichkeit. Die Menschen sind zu isolierten und
medikamentös unterjochten Dumpf-Gehirnen geschrumpft, der von
ihnen selbst geschaffenen künstlichen Intelligenz um Welten
unterlegen. Fred, Joe, Scotty, Mack, Sam, Jim, Bill und der
Erzähler Kid sind einfache Hilfsprogramme. Ihr Credo lautet:
"Du sollst nicht gegen die Programmierung verstoßen". Ihre
Aufgabe ist es, eine Herde menschlicher Hirne nach Osten zu treiben.
Aus unerfindlichen Gründen allerdings werden die "Brainboys"
einer nach den anderen defekt und stellen nicht vorgesehene Fragen nach
dem Sinn des Ganzen. "Sie grübeln sich weg", was bedeutet: Sie
werden gnadenlos gelöscht. Der Autor und
Konzeptkünstler Matthias Schamp (37) kreuzt mit seinem Roman
Hirntreiben.EEG den Western mit dem Science-Fiction-Genre. Aus dieser
Kombination ergibt sich eine Reihe von Gags und ein paar davon sind
auch ganz amüsant - dieser Level des Wortwitzes wird auf den
immerhin zweihundert Seiten dann jedoch kaum mehr vertieft. In
Tradition der Trivialadaption mit Kunstanspruch hält Schamp
sein Werk mit dem Augenzwinkern der Ironie auf Distanz zu den
Niederungen des Schunds. Das Spiel mit der Nichterfüllung von
Erwartungshaltungen fordert den Verzicht auf die in Western und
Science-Fiction üblichen Qualitätsansprüche;
damit schwindet aber auch deren Unterhaltungswert, auf den andererseits
rekurriert wird."
(www.lyrikwelt.de/rezensionen/hirntreiben-r.htm)
FREITAG, 30.6.
19.30-21.00:
Vortrag mit Diskussion
Felix Oekentorp (Friedensplenum Bochum)
Nie wieder Krieg - ohne uns? Einige Thesen zum
Euorpäischen Verfassungsvertrag
"Der vorgelegte EU-Verfassungsvertrag ist eine
Militärverfassung" – diese provokante These versucht
Felix Oekentorp vom Friedensplenum Bochum anhand der Analyse
einschlägiger Passagen des EU-Verfassungsvertragstextes zu
belegen. Er ordnet dabei den EU-Verfassungsvertrag in den Kontext
aktueller militärpolitischen Entwicklungen in der EU ein und
setzt diese anschließend zu den aktuellen Prozessen
auf der Ebene der Bundesrepublik Deutschland in Bezug.
FUB-Programm 19.06. - 23.06.
Samstag, 10. Juni 2006
Freie
Universität Bochum
Programm
19.6.-23.6.2006
MONTAG, 19.6. 10.00-12.00 Uhr:
Dr. Hilde Hoffmann / Dr. Eva Hohenberger (Medienwissenschaft)
Seminar: Lang lebe der Amateur!
Thema: Amateurmaterial in Profikontexten
12.00-14.00 Uhr:
Homemovies
(im Anschluss an das Seminar: Lang lebe der Amateur!)
Thorsten Alisch (war nix/macht nix, Berlin)
präsentiert die legendären 'Angelika' Rollen
(Veranstaltungsraum)
ab 20.00 Uhr
Asta Referat für kritische Wissenschaft
Die bürgerliche Gesellschaft im Film 2: Der Mann, der Liberty
Valance erschoß
(The Man Who Shot Liberty Valance, USA 1962)
Regie: John Ford
Mit James Stewart, John Wayne, Vera Miles u.a.
Einleitung: Dr. Christoph Hesse
The Man Who Shot Liberty Valance, ein Spätwerk
des klassischen
Hollywoodkinos, wird gemeinhin als Abgesang auf die Mythen des Wilden
Westens verstanden. Interessanter erscheinen allerdings die Mythen der
bürgerlichen Gesellschaft, die der Film demontiert.
Aufschlußreicher als der wehmütige Blick auf den
Wilden Westen ist die Botschaft, daß auch die
bürgerliche Zivilisation sich auf rohe Gewalt gründet
und, um dies vergessen zu machen, ihre eigene Ruhmesgeschichte erfinden
muß. „When the legend becomes truth, print the
legend“, sagt ein Journalist, nachdem er die Wahrheit
über den Mann, der Liberty Valance erschoß, erfahren
hat.
DIENSTAG, 20.6. 16.00 Uhr
Jörch Schönewerk liest Kurzgeschichten aus seiner
Kurzgeschichtensammlung
"Im Kampf gegen Kapital und Schornsteinfeger"
Dummheit ist eine weit verbreitete Krankheit,
die gerade vor den
vermeintlichen Autoritäten dieses Landes keinen Halt macht.
Das vom Autor beherzigte Motto "Lacht kaputt, was euch kaputt macht!"
liefert möglicherweise einen probaten Ansatz, mit allerlei
nervenden ZeitgenossInnen, Amtsträgern, uniformierten
Schlägern, Berufshändeschüttlern und
ähnlichen Irrlichtern adäquat umzugehen. Er liefert
aber nicht nur einfache, schnöde Kritik, sondern bietet auch
konkrete Antworten auf wichtige Fragen. Beispielsweise erfährt
man, wie Menschen in Enten verwandelt werden und Nazis im wahrsten
Sinne des Wortes Feuer unterm Hintern gemacht werden kann. 17.00-18.00
Rote Hilfe e. V.
Was tun wenn's brennt? Tipps und Tricks zum Demo-Verhalten II Protest-Coaching und
Demo-Fitness für die Action in Düsseldorf am 21.6.!
MITTWOCH, 21.06.
Keine Veranstaltungen wegen der Demonstration in Düsseldorf
DONNERSTAG, 22.6. 20.00 Uhr Cha Cha Cha Tanzkurs Lust das Tanzbein zu schwingen?
Der AStA Tanzkreis kommt an die FUB! Unter der Leitung von Bernd Bruns wird die
lateinamerikanische Lebensart an die FUB kommen. Keck und
aufmüpfig präsentiert sich der Cha Cha Cha mit seinem
lebhaften, sehr deutlichen Takt. Die klare Betonung zwingt zu raschen
Schritten und akzentuierten Bewegungen, die Vielfalt der musikalischen
Gestaltungsmöglichkeiten erlaubt eine Fülle
raffinierter Schrittkombinationen. Cha Cha Cha ist Leben pur und eignet
sich gut zum Flirten. Daher verwundert es kaum, daß er seit
seinem Erscheinen in den 50er Jahren zum populärsten
lateinamerikanischen Tanz avanciert ist. Ohne Anmeldung! FREITAG, 23.6. 16.00-18.00 Uhr Herbert Steeg (Krefeld)
"Demokratische Gegenhochschule" in den 70er Jahren
Vortrag mit Diskussion Am Anfang der deutschen Studentenbewegung stand
der Schock des 2. Juni
1967. Die Antwort darauf war in Berlin die "Kritische
Universität". Daraus entwickelte sich in der 70ern das Konzept
der "Demokratischen Gegenhochschule (DGH)", vor allem im bundesweiten
Studentenstreik 1977 gegen das HRG. Als jemand der dabei war,
informiert Herbert Steeg über die damalige Studentenbewegung
und ihre Strategien.
Infomaterial: Flugblätter des MSB Spartakus FH Niederrhein
"Sozialbeiträge: Es bleibt nicht bei 10 DM!" (18.6.1974)
10-14 Uhr
Dr. Hilde Hoffmann / Dr. Eva Hohenberger (Medienwissenschaft)
Seminar: Lang lebe der Amateur!
Thema: Der Künstler als Amateur / Der Künstler als Sammler
Ab 20 Uhr
Best of Videofestival ( 2 )
DI, 13.6.
10-12 Uhr
PD. Dr. Niels Werber (Medienwissenschaft)
Seminar: Druck. Zur Geschichte und Theorie der Printmedien
(Veranstaltungsraum)
12-14 Uhr
PD. Dr. Niels Werber (Medienwissenschaft)
Seminar: Funk und Radio. Von der Funkttelegraphie zum Broadcasting
(Veranstatlungsraum)
12-14 Uhr
Dr. C. J. Bauer (Philosophie). Seminar:
"Gesellschaftskritik II: Marcuse, Der eindimensionale
Mensch" (Seminarraum)
16-18 Uhr
Dr. Rainer Vowe (Medienwissenschaft)
Die Darstellung von ImmigrantInnen und ArbeiterInnen im Fernsehen
Fernsehdokumentation und Diskussion
(Veranstaltungsraum) Zur Ankündigung
20:00 Uhr
Asta Referat für kritische Wissenschaft
Die bürgerliche Gesellschaft im Film 1:
Weekend ( USA/F, 1967, R: Jean-Luc Godard )
Einführung: Dr. Christoph Hesse ( Rote Ruhr-Uni ) Zur Ankündigung
MI, 14.6.
14-16 Uhr
Michael Kersken (Uni Duisburg-Essen)
Mediendesign Kurs: Flyer und Plakate entwerfen - Umsetzung eurer kreativen Ideen!
16-18 Uhr
Gruppe roter Salon
`...dann würde ja niemand mehr arbeiten!´
Konzeptionen und Entwürfe eines garantierten Grundeinkommens Zur Ankündigung
20:00 Uhr
Veranstaltung Kanal B
Mit Filmvorführung
Ankündigungen:
Dienstag, 13.06. 16:00 Uhr
Dr. Rainer Vowe (Medienwissenschaft)
Die Darstellung von ImmigrantInnen und ArbeiterInnen im Fernsehen
Fernsehdokumentation und Diskussion
Der amerikanische Dokumentarfilm Class Dismissed – How Tv Frames the Working Class ( Regie: Loretta Alper, Pepi Leistyna, USA 2005, Doku, 62 min., OmEU) analysiert die Darstellung der Arbeiterkasse vom Anfang des Fernsehens in Amerika bis hin zu den heutigen Sitcoms, Realityshows, Polizeidramen und Talkshows; er untersucht, wie Rasse, Geschlecht und Sexualität sich mit dem Klassenbegriff überschneiden. Für die Diskussion stehen Beispiele aus dem deutschen Fernsehen zur Verfügung.
Dienstag, 13.06. 20:00 Uhr
Asta Referat für kritische Wissenschaft
Die bürgerliche Gesellschaft im Film 1:
Weekend ( USA/F, 1967, R: Jean-Luc Godard )
Einführung: Dr. Christoph Hesse ( Rote Ruhr-Uni )
Als einen ‚Film auf dem Schrotthaufen gefunden’ bezeichnet sich Weekend selbst. Der Wochenendausflug, zu dem Corinne und Roland aufbrechen, ist eine Reise durch die Trümmern der bürgerlichen Gesellschaft, die in der Epoche ihres Zerfalls ihre barbarische Herkunft wieder zu erkennen gibt. Die Trümmer jedoch, als welche sich die Montagestücke des Films selbst bald offenbaren, „laden nicht ein zur selbstgenügsamen Betrachtung, sie wecken Wut und Lust: Wut über das Begonnene, Lust, es zu vollenden. Diese Lust soll aber nicht blind sein wie das Gesetz der Geschichte, unter dem die Zerstörung begann.“ (Filmkritik Nr. 146, 2/1969)
Mittwoch, 14.6. 16:00 Uhr:
Gruppe roter Salon
...dann würde ja niemand mehr arbeiten! ´
Konzeptionen und Entwürfe eines garantierten Grundeinkommens
An den Vorwurf "weltfremder Träumerei" hat sich längst gewöhnt, wer
gegen Studiengebühren streitet. Und depressiv macht, immer defensiver
argumentieren zu müssen, "wenigstens keine Gebühren in der
Regelstudienzeit" zu fordern z.B.. Lang muss es her sein, dass für
ein elternunabhängiges Bafög für alle protestiert wurde.
Wie weltfremd ist die Forderung nach Geld für alle ohne unnötige
Repression?
Nicht nur bei Studiengebühren frustriert, ausschließlich in der
Abwehr zu agieren, also angeblich "besitzstandswahrend". Um in den
vergangenen beiden Jahren dem sozialen Angriff durch die Hartz-IV-
Gesetze nicht allein die schlechten alten Sozialhilferegelungen
entgegen halten zu können, haben sich so einige mit der Forderung
nach garantiertem Grundeinkommen befasst.
Von utopischen Sozialisten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
erdacht, wird die Forderung heute von unterschiedlichen politischen
Standpunkten aus neu formuliert. Das Spektrum reicht vom
ªExistenzgeld´ der Erwerbslosen- und Sozialhilfeinitiativen über das
konsumsteuerfinanzierte Modell des DM-Drogerieketteninhabers und
Anthroposophen Götz Werner bis hin zu unverkennbar neoliberalen
Adaptionen. Ungewohnt ist auch der Vorschlag, Grundeinkommen ganz
realpolitisch als ein globales Projekt zu formulieren.
Verschiedene Ansätze werden zusammenfassend dar- und zur Diskussion
gestellt, ebenso ein Vorschlag für Basisanforderungen an die Modelle
sowie einige Anmerkungen zum Konzept "politischer
Richtungsforderungen".
FUB-Programm 05.06. - 09.06.
Sonntag, 4. Juni 2006
Di, 06.06.2006, ab 20 Uhr: 'Themroc'
Filmvorführung - der Klassiker des 'antibürgerlichen Films'
Themroc hat einen langweiligen Alltag. Morgens aufstehen, von Muttern zur Pünklichkeit ermahnt werden, das Schwesterchen nackt beim Schlafen zu beobachten, auf der Treppe einer Hausbewohnerin lüstern nachschauen, mit dem Fahrrad zur Metro und mit der Metro zur Arbeit fahren, um dort die nach außen gerichteten Fensterrahmen zu streichen. Nachdem er seinen Chef beim Befingern seiner Sekretärin durchs Fenster beobachtet und daraufhin von diesem eine Rüge erteilt kriegt, ist er nicht mehr zu bremsen , das Tier in Themroc bricht durch. Er schnappt sich seine Schwester, mauert die Tür zu seinem Zimmer zu und bricht die Außenwand der Hinterhauswohnung im ersten Stock heraus. In dieser Großstadthöhle lebt er nun mit seiner Schwester und anderen Gleichgesinnten freie Sexualität aus, zieht nachts durch die Straßen und jagt sich Polizisten, die dann über offenen Feuer gegrillt werden. Die Einsatztruppen versuchen mit allen Mitteln, Herr der Lage zu werden, aber schon klopfen an allen Ecken und Enden Leute an den Außenwänden ihrer Wohnung herum...
Mi, 07.06.2006, ab 12 Uhr: 2. Politischer Mittwoch an der FUB
mit Ulla Jelpke, MdB Dortmund - Thema: Bildung und Migration
Die Dortmunder Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Linkspartei) hat sich schon am Tag nach der Gründung mit der Freien Universität Bochum solidarisiert. Schwerpunkte ihrer langjährigen politischen Arbeit im Bundestag, in der Hamburger Bürgerschaft sowie in vielen Initiativen und Basisbewegungen sind die Migrations- und Flüchtlingspolitik, Sicherheitsgesetze und die Verteidigung von Grundrechten, Antifaschismus und Menschenrechtsfragen. In der FUB spricht sie über den Zusammenhang von Bildung und Migration sowie über die besonderen Benachteiligungen ausländischer Studierender im deutschen Bildungs- und Gesellschaftsystem. In einer Diskussion können im Anschluss Perspektiven für eine sozial gerechte Bildungspolitik entwickelt werden, die insbesondere die Situation von MigrantInnen und Flüchtlingen in der BRD berücksichtigt.
Do, 08.06.2006, ab 16 Uhr: - 'Zersetzung der Macht der Multis von innen'
Vortrag und Diskussion mit Wolgang Schaumberg
Wolfgang Schaumberg arbeitete 30 Jahre lang im GM-Opel-Werk Bochum und war 25 Jahre Mitglied im Betriebsrat. Er ist Vortandsvorsitzender des Trägervereins des kritischen gewerkschaftlichen Netzwerkes 'Labournet' und aktiv in der Weltsozialforen-Bewegung. In der FUB berichtet er von den Erfolgen, Problemen und Perspektiven linker Gewerkschafts- und Betriebsratsarbeit in multinationalen Konzernen. Multinationale Konzerne lenken den Globalisierungsprozess zusammen mit den ihren Interessen dienenden internationalen Institutionen bei Komplizenschaft der nationalen Regierungen, heißt es in der Charta des Weltsozialforums. Mit der Macht der Multis setzen sich viele allerdings gar nicht (mehr) auseinander. Der Vortrag mit anschließender Diskussion soll dazu beitragen, diesem Mangel entgegenzutreten.
Do, 08.06.2006, ab 20 Uhr: 'Rocken bis der Rüttgers kommt' - Eintritt frei
Konzert gegen Gebühren mit 'Soulshift', 'Darling Harbour' und 'groove guides inc.'
Als die Bands von der Freien Uni Bochum gehört haben, erklärten sie sich sofort dazu bereit, aus Solidarität mit dem Projekt bei dem Konzert gegen Studiengebühren ohne Gage aufzutreten.
Die Alternative-Rock-Band 'Soulshift' hat vergangenen November den 'Battle of the Bands'-Wettbewerb in Mühlheim gewonnen. Der Preis wurde in Form eines zweitägigen Studiobesuchs ausgezahlt, so dass die CD 'State Of Mind' entstanden ist. Auf dem Konzert anlässlich der Veröffentlichung des zweiten 'Ruhrklang'-Samplers konnte die Gruppe, die ausschließlich selbst komonierte Stücke spielt, zuletzt vor zwei Wochen das Bochumer Publikum begeistern. Jetzt geht es in der FUB weiter!
Die Dortmunder Band 'Darling Harbour' tourt durch ganz NRW und hat im vergangenen Sommer ihre CD 'Sonny Bonani' veröffentlicht. Ihr Motto: 'Rocken, zocken und das Publikum anlocken!' Getreu diesem Motto stechen die vier Smutjes in See. Mit dabei ist Sam an der Gitarre, Steffi am Bass, Annika am Mikro und Matze hinterm Schlagzeug. Aus den verschiedensten musikalischen Vorstellungen erschaffen sie ihren ganz eigenen Sound, der nur nach einem klingt: Darling Harbour eben. Den Musikstil bezeichnen die vier Dortmunder selbst als 'Schmockrock mit groovy Soße'. Das Rezept besteht aus einer ordentliche Portion Pop, verrührt mit einem guten Schuss Rock, verfeinert mit einer Messerspitze Funk und einem Quäntchen Jazz.
'groove guides inc.' fabriziert Musik, die sich komplex präsentiert und dennoch eingängig bleibt. Die Stilrichtung ist sehr schwer in Worte zu fassen. Sie basiert auf Rock, beinhaltet Funk-, Jazz- sowie Popeinflüsse und hat sich letztendlich hemmungslos dem Groove verschrieben. Die erste EP leave all doubts behind ist komplett in Eigenregie entstanden. Neben diesen auf Vinyl festgehaltenen Songs liegt bereits Live-Material im Umfang eines ausgewachsenen Albums vor. Mit den 'groove guides' taucht die FUB ab in faszinierende Gitarren-Riffs, die in der geheimnisvollen Tiefe bezaubernd schön von sanften Gesängen umspült werden.
Fr, 09.06.2006, ab 14 Uhr: 'Naziaufmarsch verhindern'
Informationsveranstaltung zu den Aktivitäten in Gelsenkirchen am 10.06.2006
Im Rahmen ihrer landesweiten Kampagne planen NPD und Freie Kameradschaften für den 10.06.2006 einen Aufmarsch in Gelsenkirchen. Der Polizeipräsident von Gelsenkirchen hat den Aufmarsch verboten, vor Gericht hatte das Verbot bisher keinen Bestand. Auf der Informationsveranstaltung gibt es am Abend vorher die letzten Informationen über die geplanten Gegenaktivitäten. Außerdem berichtet ein Referent über die aktuelle NPD-Kampagne und Möglichkeiten der Gegenwehr.
FUB-Programm 22.05. - 26.05.
Sonntag, 4. Juni 2006
Nach der Ausrufung der Freien Universität Bochum ist begonnen worden, die alte Mensa im Querforum West instand zu setzen. Ab sofort findet dort auch eine Veranstaltungsreihe der Freien Universität Bochum statt. Unter anderem zeigt das Bochumer Videofestival dort ein best of der diesjährigen Wettbewerbe. Im Anschluss daran steht eine DJ-Party an. Ab Dienstag wird es mit Seminaren, Diskussionsrunden und Kulturveran-staltungen weitergehen, zu denen Ihr herzlich eingeladen seid!
Programm für Montag, 22.05.:
16-19 Uhr: Einzug ins Querforum West - Gründung der Freien Uni Bochum
19-20 Uhr: Treffen des Protestkomitees - Koordinations der Arbeitskreise
ab 20 Uhr: Best of Videofestival; im Anschluss DJ-Party
Programm für Dienstag, 23.05.:
10-12 Uhr: Speakers Corner: Aktionsraum für alle
12-14 Uhr: Der Autor Carsten Marc Pfeffer liest Samuel Beckett: Das Ende