Der Aufschwung der AFD

Deutschland wählt im September 2017 eine neues Bundestagsparlament und dazu auch eben einen Kanzler beziehungsweise eine Kanzlerin. Vor allem die älteren Leser werden sich noch an spannende Walhtage erinnern können, an denen nicht bewusst war, welcher Kandidat am Ende gewinnen wird. Zugegebenermaßen, ist diese Spannung in diesem BTWK etwas verloren gegangen. Wenn nichts mehr außergewöhnliches passiert wird Angela Merkel wiedergewählt.

Dass Martin Schulz am Ende ins Kanzleramt einziehen wird, glauben wohl nur Hardcore Fans und Menschen, die die letzten Wochen sich nicht mit dem Thema befasst haben. Dennoch sollten auch diese Personen die Alternative für Deutschland, die sogenannte AfD kennen. Wer sich wider erwarten mit dieser Partei nicht auskennt, der sollte sich diesen Text gut durchlesen. Hier werden einige Eigenschaften herausgearbeitet und ein kurzer Rückblick auf die kurze und erfolgreiche Geschichte der AfD gelegt.

Die Eurokrise als Beginn

Vor ein paar Jahren gab es noch die große Eurokrise. Die Menschen waren verunsichert und wussten nicht, ob sie morgen noch Arbeit haben. In dieser Zeit gab es auch viele Firmen, die auf Kurzarbeit setzen mussten, um die Arbeitsplätze erhalten zu können. Den Menschen ging es also merklich schlecht und auch in der Politik war einiges los, denn die Banken mussten gerettet werden und einige Politiker mussten krasse Statements formulieren, um die Bürger zu beruhigen.

In diesen Tagen wurde die AfD populär. Damals war noch Bernd Lucke in vielen Talkshows vertreten  und wetterte gegen den Euro. Viele Menschen in der AfD wollten aus dem Euro austreten und dafür die DMARK wiedereinführen. Also die Währung, die es bis 2002 gegeben hat. Diese Vorschläge sind auf viel Anklang gestoßen und dazu kam, dass Herr Lucke auch über gute rhetorische Fähigkeiten verfügt und diese auch gut einsetzen konnte.

Petry bekam und bekommt viel Aufmerksamkeit

Es gab neben Herrn Lucke, aber noch einen anderen Menschen in der Partei, die viel Aufmerksamkeit bekam. Die Rede ist von Frauke Petry. Diese Dame hatte nicht nur gute Fähigkeiten in einigen Bereichen zu bieten, sondern zeigte auch, dass sie in Diskussionen durchaus ein harter Gegner sein kann. Eine Frau, die sich nicht so schnell einschüchtern lässt und die Dinge aus ihrer Sicht klar darstellen kann.

Nach einiger Zeit verließ Bernd Lucke die Partei und Petry war weiterhin in einigen Talkshows zu sehen, wo sie die Ideen und Konzepte der AfD präsentierte und verteidigte. Allerdings begannen bald Medien sich auch noch für die private Frauke zu interessieren, so wurde zum Beispiel über ihre Partner berichtet, man konnte erfahren, dass sie schwanger war und dazu kam, dass sie auch noch sehr gutes Englisch spricht, was sie bei Interviews mit ausländischen Medien immer wieder unter Beweis stellen konnte. Der letzte Aspekt trug also etwas zu der Aufmerksamkeit bei, die sie bekam.

Petry nicht Spitzenkandidatin

Aber auch Frau Petry hatte es nicht immer leicht. So wurde sie nicht Spitzenkandidaten, was von ihr aus ging, statt aber etwas Ruhe, wurde weiterhin spekuliert, wie das Verhältnis innerhalb der Partei zwischen den Kandidaten ist. So soll es eine Funkstille zwischen einigen Mitgliedern gegeben haben.

Dass Frauke Petry von der AfD viel Aufmerksamkeit bekam, soll aber nicht verdecken, dass auch die AfD sehr viel Aufmerksamkeit bekam, oft von der sogenannten Lügenpresse. Das führte dann dazu, dass viele Menschen eine Wut gegenüber den Medien entwickelten, die wohl so noch nicht in diesem Land vorgekommen ist. Der Begriff Lügenpresse wird auch oft im Kontext der Pegida Versammelungen benutzt.

Auch wenn die Anzahl der Pegida Versammelungen in diesem Land merklich zurückgegangen sind, sieht es derzeit nicht danach aus, dass das auch für die AfD gelten würde. Knapp 14 Tage vor der Bundestagswahl kann die Partei ein Ergebnis erzielen, dass in etwa bei 10% liegen dürfte oder aber im oberen einstelligen Bereich.

Einige Beobachter rechnen sogar damit, dass die AfD die Drittstärkste Kraft wird, noch vor der FDP, den Grünen oder den Linken. Das wäre wohl ein absoluter Hammer und man darf gespannt sein, ob und wenn ja wie erfolgreiche Parteien mit der Partei reden würden, wenn es um mögliche Koalitionsverhandelungen gehen würde. Denn für viele Menschen gehören AfD Sympathisanten in eine politische Ecke. Welche Ecke das ist…. Ob ein Politiker dann mit einer Partei zusammenarbeiten möchte, die oft so angesehen wird, darf an dieser Stelle in Frage gestellt werden.

Wie wird man mit der Partei umgehen?

Dass Spitzenduo Weidel, Gauland hat es aber scheinbar geschafft einige Wähler und Wählerinnen zu motivieren, was wohl auch daran liegt, dass zumindest Frau Weidel einiges an Aufmerksamkeit in der letzten Woche bekam, in der sie eine TV Veranstaltung vorzeitig verließ, während im Hintergrund einige Kandidaten etwas schmunzeln mussten. So ein Abgang wird natürlich, ob ein paar Wochen vor der Wahl oder in einem Jahr, in dem es eine Wahl gibt, medial thematisiert. Das führte dann vielleicht dazu, dass sich einige Menschen mit der Spitzenkandidatin der AfD solidarisieren und deshalb auch ihr ihre Stimme geben würden.

Die Partei hat innerhalb weniger Jahren sehr viel mediale Aufmerksamkeit bekommen, wobei sie mittlerweile in Talkshows sehr oft vertreten ist und auch andere Magazine sich oft mir ihr auseinandersetzen. Innerhalb dieser Zeit gab es aber auch einige wichtige Personalentscheidungen, die die Partei geprägt haben. Letztlich taucht immer wieder die Frage nach der Verortung der Partei auf. Für viele Menschen ist ihr Gesinnung deutlich, andere Personen denken nicht so negativ über die Partei. Wie wird es also weitergehen? Wie wird die Partei bei der BTW 2017 abschneiden und wird mit ihr gesprochen, wenn es um mögliche Koalitionen geht?

 

Diese Themen gab es im Wahlkampf besonders häufig

Der Wahlkampf, wenn man ihn denn so nennen kann, speiste sich natürlich aus einigen Themen, die die Menschen in diesem Land interessieren beziehungsweise auch nicht interessieren, wie zum Beispiel die soziale Gerechtigkeit. Aber worüber ging der Wahlkampf denn konkret? Dieser umfassende Text zeigt die verschiedenen Themen des Wahlkampfes auf.

Die Digitalisierung

Nur sehr selten wurde über die Digitalisierung in Deutschland gesprochen. Dabei sollte eigentlich deutlich geworden sein, dass in diesem Land ein großer Nachholbedarf in diesem Bereich besteht. Da sind zum Beispiel die vielen Schulen, die noch immer mit veralteter Technik den Schülern und Schülerinnen die Informatik beibringen oder ihnen zeigen, wie sie im Netz gezielt nach Informationen suchen können und in der Lage sind deren Wahrheitsgehalt zu bestimmen.

Denn an dieser Aufgabe scheitern sehr viele Personen. Neben diesem Bereich ist es auch wichtig, dass der Netzausbau vorangetrieben wird. Heutzutage gibt es einige Mondpreise, die man kaum mehr nachvollziehen kann, wenn man sich die Internet Provider ansieht.

Des Weiteren müssen viele Hausbesitzer in ländlichen Gegenden mit sehr schlechtem Internet auskommen. Letztlich ist es so, dass Deutschland bei der Digitalisierung sicher nicht die ersten Plätze in Europa einnimmt. Dabei ist dieser Bereich für die Zukunft so wichtig.

Die Flüchtlingspolitik

Kaum ein Thema hat in der Vergangenheit für so viele Nachrichten gesorgt, wie die Flüchtlingspolitik, die seit ca. zwei Jahren viele Deutsche umtreibt. Der Aufstieg der AfD hat unter anderem auch mit der Flüchtlingskrise zu tun. Aber auch eine andere Gruppe von Wählern interessiert sich sehr für die Flüchtlingspolitik und in Zuge dessen hat sich diese Gruppe zum Teil auch umentschieden, die gute alte CDU zu wählen, obwohl sie es in der Vergangenheit oft gemacht haben.

Die Rede ist hier von den Russlanddeutschen. Diese Gruppe kam in hoher Zahl zu Beginn der 90er Jahre nach Deutschland. Ähnlich wie die Flüchtlinge wollten sie einen Familiennachzug. Doch das war nicht machbar. Heutzutage sehen Russlanddeutsche, dass der Familiennachzug Flüchtlingen gestattet ist und das macht sie natürlich wütend.

Des Weiteren fühlen sich viele Russlanddeutsche von keiner Partei repräsentiert. Aus diesem Grund sind viele Russlanddeutsche nun dazu über gegangen die AfD zu wählen.

Auch nach dem Wahlkampf wird die Flüchtlingspolitik noch eine sehr große Rolle spielen, denn man wird sicherlich auch noch zum Ende des Jahres 2017 über Flüchtlinge reden, da sich viele Menschen in diesem Bereich engagieren.

Die soziale Gerechtigkeit

Wie gerecht ist Deutschland? Diese Frage stellen sich einige Menschen, die trotz langer Arbeit, über mehrere Jahrzehnte, keine üppige Rente erhalten haben und manchmal nicht wissen, wie sie bis zum Ende des Monats mit dem vorhandenen Geld auskommen sollen. Neben den älteren Personen fragen sich auch einige junge Leute, wie sie von dem bisschen Geld leben sollen.

Das Geld reicht oft nicht für einen Kinobesuch und wenn eine Waschmaschine kaputt geht oder man ein neues Möbelstück haben möchte, dann kann das manchmal sehr belastend für die betroffenen Personen sein, da sie nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, die sie eigentlich bräuchten.

Martin Schulz schien zu Beginn seiner Kandidatur großen Wert darauf zu legen, das Thema soziale Gerechtigkeit in seinen Facetten zu behandeln. Aber so wirklich punkten konnte er mit dem Thema nicht. Anscheinend denken viele Menschen hierzulande, dass es gerecht zugeht und andere Themen einfach wichtiger sind.

Euro

Vor ein oder zwei Jahren gab es kaum eine Woche ohne Talkshow über den Euro. Die Eurokrise beherrschte die Medien. Es ging darum, dass einige Länder vor dem Kollaps stehen würden und man quasi dachte, dass man für deren Rettung aufkommen sollte. Tatsächlich gingen hohe Summen über den Tisch, was in manchen Fällen auch zeigt, dass manche Finanzierung gegenüber anderen Projekten eine Priorität genießen. Heutzutage interessiert das Thema Euro nicht mehr so viele Menschen, wie noch vor ein bis zwei Jahren. Dennoch gab es dieses Thema auch immer wieder im Walhkampf, dann aber in abgeschwächter Form.

Die Steuern

Wie in fast jedem Wahlkampf durften auch dieses Mal die Steuern als Thema nicht fehlen. Viele Menschen würden sich wünschen Steuerentlastungen zu erhalten, zum Beispiel im Bereich der Freiberufler oder Alleinerziehende. Allerdings gibt es auch einige Politiker, die nicht wollen, dass die Steuern gesenkt werden.

Sie fürchten wohl um ihre Wählerschaft. So gibt es immer wieder Argumente für höhere Steuern der Topverdiener oder aber gegen Steuerentlastungen. Stichwort: Schwarze Null.

Das Thema Steuern erfährt zwar immer wieder große Beachtung, etwa dann, wenn Prominente wegen Steuerbetrugs angeklagt werden oder mal wieder eine Steuer CD aufgetaucht ist, dennoch hätte man vielleicht erwarten können, dass das Thema mehr Beachtung erfahren hätte.

Der Verkehr

Kaum jemand hat es für möglich gehalten, aber es gibt eine PKW Maut in Deutschland, die auf Autobahnen und Bundesstraßen gilt, aber den inländischen Autofahrer nicht mehr belasten soll. Die ausländischen Autofahrer sollen hingegen nur für die Nutzung von Autobahnen zahlen. Da die Deutschen bekanntlich ihre Autos sehr gern haben und Geld natürlich auch lieber behalten wollen als es dem Staat zu geben, ist dieses Thema sehr brisant. Man kann sich vorstellen, dass es einige Klagen aus dem Ausland geben wird, die mit den Plänen nicht einverstanden sind. Ob diese Klagen aber Erfolg haben werden, ist derzeit noch gar nicht abzusehen.

Dieser Text hat die verschiedenen Themen des Wahlkampfes beleuchtet. So kurz vor der Wahl ist wohl nicht mehr damit zu rechnen, dass es noch ein weiteres Thema geben wird, das die Parteien nutzen werden, um Wählerstimmen zu bekommen. Alles in allem, war dieser Wahlkampf kein Kampf, sondern wenn dann nur eine sehr abgeschwächte Form davon.